Bauhaus-Universität Weimar

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T. K. Oester reich 
ist _ so erschien die Sonne sehr schön gelb, ihre weitere Um¬ 
gebung dagegen blieb grün. Das stimmt nun vollkommen zur 
Theorie, denn bei hinreichend geringem Lichtdurchgang mufs 
das Gelb sich danach ja in Grün verwandeln. Die scheinbare 
Unvollkommenheit des Gelbfilters ist also im Grunde gerade ein 
Beweis seiner Güte. 
Ich habe mir angesichts der Versagens der Filter für meine 
Farbe zu helfen versucht, indem ich ein breites Spektrum auf 
den vor der Dunkeltonne stehenden, mit einer weifsen Stufen¬ 
scheibe versehenen Farbkreisei projizierte. Auch dabei war eine 
grünliche Färbung während der Rotation bemerkbar. Der weitere 
Ausbau dieser Versuchsweise scheiterte ebenfalls an der vorläufig 
für mich bestehenden Unmöglichkeit mit sehr hochkerzigen 
Lampen zu arbeiten. 
Mit der Tatsache, dafs eine gemischte Erregung des Gelb¬ 
und Schwarzprozesses im Sehorgan als Resultat Grün ergibt, 
steht es wohl auch im Zusammenhang, dafs man bei längerem 
Hineinblicken in das auf Gelb eingestellte Spektralphotometer 
schliefslich nicht mehr reines Gelb sieht, sondern dafs dasselbe 
dann einen deutlichen Stich ins Grüne annimmt. Es dürfte wohl 
entweder Irradiation der ringsherum vorhandenen Schwarzprozesse 
oder aber leichte i^ugenbewegungen, bei denen dann die Gelb¬ 
wellen auf eine noch etwas „schwarzerregte“ Partie der Netz¬ 
haut fallen, die Ursache sein. Auch das grüne Aussehen der 
über eine schwarze Fläche laufenden Fäden im Schleierversuch 
Nr. XXIV erklärt sich so. 
IY. Versuche mit Natrium- und Quecksilberlicht 
Schliefslich wurden zur Kontrolle noch eine Anzahl von 
Versuchen unter strengsten monochromatischen Bedingungen 
angestellt. Da brauchbare Gelbfilter nicht existieren, ging ich 
zur Natriumflamme (im Dunkelzimmer) über, bei der ich freilich 
den Eindruck habe, dafs sie nicht mehr an der Stelle des reinsten 
Gelb, sondern bereits etwas nach dem Orange zu gelegen ist. 
Auch unter diesen Umständen wurden von meinen sämtlichen 
Versuchspersonen Grünphänomene beobachtet. Gleich auf den 
ersten Blick bemerkt man die deutliche Grünfärbung der 
Hände und Gesichter der anwesenden Personen. Aber dabei 
bleibt es nicht.
        

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