Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimentelle Studien über die Attribute der Farben [I. Helligkeitsmessung / II. Systematik der Farbenhelligkeit und Farbenharmonie]
Person:
Matthaei, Rupprecht
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36066/95/
Experimentelle Studien über die Attribute der Farben II 
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bestimmt werden soll, werden in Form der Normenkärtchen zu 
a 
einer Vertikalreihe geordnet: b 
c. 
Die Vp. wird auf gef ordert, sich unter diesem dreigeteilten läng¬ 
lichen Rechteck ein architektonisches Gebilde, etwa eine Säule mit 
Kapitell, Schaft, Basis, vorzustellen, dessen Ganzheit durch Bindung 
und Gliederung geschildert werden soll. Zu diesem Ziele müssen 
die beiden Enden (a und c) ineinander bindende Farben gesetzt 
werden; das Mittelstück (b) mufs dagegen zum Zwecke einer 
klaren Gliederung deutlich abgesetzt werden. Die Vp. erhält nun 
die Aufgabe die drei Farbenkärtchen so gegeneinander zu vertau¬ 
schen, dafs die Gestaltung am günstigsten herauskommt. Die Farben, 
die die Vp. an die Enden des Gebildes legt, sind dann offenbar 
die am nächsten verwandten. Das Verfahren hat sich mir als sehr 
zuverlässig erwiesen. Nur wenige Beispiele mögen hier aufgezählt 
sein, die die Bedeutung der Farbenhelligkeit erläutern. 
Zunächst ein Beispiel, das die Kraft der Bindung zwischen 
Hellgleichen gegenüber Farbtongleichheit und Wertgleichheit er¬ 
läutert! Ich habe es der Übersicht C entnommen, aus der man 
viele gleichartige Zusammenstellungen auf bauen kann. Die 
Säule (a) zeigt den Versuch, die 
Farbtongleichen gegen die Hell¬ 
gleichen und Wertgleichen zu 
binden, (b) denjenigen einer Bin- 
duog zwischen den Wertgleichen 
und (c) den Versuch einer Hellig¬ 
keitsbindung. Die Anschauung lehrt, dafs die letzte Anordnung 
die befriedigende Lösung bringt. In diesem Falle läfst sich da¬ 
her behaupten, dafs die Bindung auf Grund gleicher Helligkeit 
stärker ist als die widerstreitenden farbtongleichen und wert¬ 
7ga 
3pa 
3pa 
3pa 
7 ga 
7 pa 
7 pa 
7 pa 
7 ga 
(a) 
(b) 
(c) 
gleichen Bindungen. 
Besonders wichtig sind Beispiele, in denen eine bunte Farbe 
an die gleichhelle unbunte gebunden wird. Dann wird durch 
die Attributverwandtschaft gewissermafsen die Kluft zwischen 
den systematisch fremden Gruppen der Bunten und Unbunten 
überbrückt. 
(R. Matthaei, Die Verwandtschaft der Farben und ihre Bedeutung für 
farbiges Gestalten. Die Farbige Stadt. Hamburg 1927.) Dort findet man 
auch eine bunte Tafel zur Erläuterung.
        

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