Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Beobachtung von Tiefeneffekten bei binokularen Bewegungsnachbildern
Person:
Müller, H. K.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36057/5/
Beobachtung von Tiefeneffekten bei binokularen Beivegungs?iachbildern 
der beidäugigen Eindrücke, der bald das dem Versuch unter¬ 
worfene Gebiet des binokularen Gesichtsfeldes im ganzen um- 
fafste, so dafs hier die Konturen in regelloser Folge ihre Be¬ 
wegungsrichtung und Geschwindigkeit änderten, bald sich so aus¬ 
wirkte, dafs in gewissen Teilen des Gesichtsfeldes der Eindruck 
des einen, in anderen der des anderen Auges vorübergehend 
vorherrschte. Auch konnte über dem gesamten Beobachtungs¬ 
feld für kurze Zeit eine mehr gleichmäfsig wimmelnde Emp¬ 
findung bestehen. Eine gegenseitige völlige Kompensierung der 
beidäugigen Eindrücke, die zum Verschwinden jeder Bewegungs¬ 
empfindung im Verschmelzungsgebiet geführt hätte, wurde nicht 
beobachtet. Für kurze Augenblicke kam es manchmal zu einer 
scheinbaren Tiefenbewegung der Streifen, doch war diese Emp¬ 
findung nur sehr flüchtig und von wenig ausgesprochenem 
Charakter. Bei diesem ständigen Wechsel der Eindrücke sehe 
ich mich aufserstande, Angaben darüber zu machen, ob die eine 
oder die andere Erscheinungsart der Vorbilder mafsgebend für 
die Deutlichkeit der in der Nachbildphase zu beobachtenden 
Scheinbewegungen die günstigere ist. Grundsätzlich glaube ich 
sagen zu dürfen, dafs unter den gegebenen Bedin¬ 
gungen bei jeder Art der vorangegangenen Ein¬ 
drücke Tiefenbewegungen an objektiv ruhenden 
Aufsendingen geeigneter Gröfse und Anordnung 
wahrgenommen werden können. 
Ist das generelle Ergebnis meiner Beobachtungen während 
der Nachbildperiode hiermit bereits ausgesprochen, das 
zu der Meinung Exnehs im Gegensatz steht, so bleibt nur über 
die Abhängigkeit der Befunde von den Bedingungen, unter denen 
sie gewonnen wurden, einiges zu sagen. Meine Beobachtungen 
können in 2 Gruppen zusammengefafst werden, in solche am 
ruhenden Objekt und solche, bei denen das auf eine Scheinbe¬ 
wegung geprüfte Objekt eine Eigenbewegung hatte, indem es 
langsam pendelnde Schwingungen kleiner Amplitude in der 
Frontalparallelen ausführte. In beiden Gruppen wurden Tiefen¬ 
bewegungen des Objektes gesehen, wie sie, in der Sprache der 
• • 
Stereoskopie ausgedrückt, eingangs abgeleitet wurden. Uber die 
Lokalisierung der zugrundeliegenden Prozesse soll, wie ausdrück¬ 
lich gesagt sei, durch die sprachliche Umschreibung der Er¬ 
scheinungen nichts präjudiziert werden. 
Wurden die bewegten Vorbilder den Augen des Beobachters
        

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