Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Beobachtung von Tiefeneffekten bei binokularen Bewegungsnachbildern
Person:
Müller, H. K.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36057/4/
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J5T. K. Müller 
Abb. 1 zeigt. und K2 stellen 2 Paare von Kymograpbiontrommeln dar, 
durch die hinter den Ausschnitten der schwarzen Pappschirme Schi und 
Sch2 die mattweifsen, mit vertikalen schwarzen Streifen besetzten Papier¬ 
schleifen Pi und P2 in gleichmäfsiger Geschwindigkeit horizontal vorbei¬ 
bewegt wurden. Die Streifen hatten eine Breite von 2 mm und einen 
gegenseitigen Abstand von gleicher Gröfse. Die Ausschnitte in den Papp¬ 
schirmen waren rechteckig, 11,5 cm breit und 6,5 cm hoch. Mit Hilfe der 
Oberflächenspiegel Si und S2 wurden vom Beobachter die 1 cm unterhalb 
der Ausschnitte liegenden Marken Fx und F2 bei symetrischer Konvergenz 
der Gesichtslinien fixiert und damit die Ausschnitte selbst zu identischer 
Abbildung gebracht. Eine Verlegung des (ruhenden) Fixationspunktes in 
das (durch das Vorbild alterierte) Beobachtungsfeld selbst wurde aus guten 
Gründen vermieden, was die Beobachtungen nach meinen Erfahrungen 
sehr erleichtert. Alle meine Angaben beziehen sich auf Versuche unter 
diesen Beobachtungsbedingungen. Der Abstand zwischen den Spiegeln 
und den Fixationsmarken betrug 48 cm; da die Knotenpunkte der Augen 
von den Spiegelflächen um etwa 2 cm ablagen, so kann die Fixationsdistanz 
auf rund 50 cm angegeben werden. Für die meist gebrauchte Gangge¬ 
schwindigkeit der Kymographien berechnete sich die Geschwindigkeit der 
Streifenwanderung hieraus auf 2 Winkelgrade pro Sek. Die Bewegungs¬ 
richtung beider Kymographienpaare wTar umkehrbar, so dafs die Voraus¬ 
setzungen für die Erzeugung von Bewegungsnachbildern in beiderlei 
Richtung (sowohl nach vorne wie nach hinten) herzustellen waren. Zur 
Beobachtung der Nachbilderscheinungen hatte der Beobachter nach etwa 
30 Sek. langer Beobachtung der Vorbilder den Kopf leicht zu heben und 
über die Spiegel hinweg mit beiden Augen gerade aus die vor einer matt¬ 
schwarzen Wand schwebende Marke F3 zu fixieren, über der als Prüfungs¬ 
objekt eine matte weifse Scheibe angebracht wTar, deren Bild bei 1 m 
Distanz ganz in den alterierten Netzhautbezirk fiel. 
Die Ergebnisse, die unter diesen Bedingungen gewonnen 
wurden, sind hinsichtlich der stereoskopischen Erzeugbarkeit von 
Bewegungsnachbildern nach der Tiefe als eindeutig zu bezeichnen. 
Als Beobachter wirkten (aufser mir) vor allem Herr Prof. Dittlee 
selbst, sowie 3 andere Herren des Instituts, denen ich für Ihre 
Bemühungen auch an dieser Stelle herzlich danke. Die Be¬ 
wegungsrichtung der Vorbilder war dem Beobachter unbekannt, 
und kam ihm dieselbe während des Versuchs einmal zum Be- 
wufstsein, so war er bei der Kompliziertheit der Verhältnisse 
und der verwirrenden Art der Eindrücke wohl kaum in der 
Lage, sich das theoretisch zu erwartende Ergebnis abzuleiten; 
er durfte als unvoreingenommen gelten. 
Hinsichtlich der Feststellungen während der Beobachtung 
der Bewegungsvor 1 agen können die Angaben Exnees voll be¬ 
stätigt werden. Es kam zu einem ausgesprochenen Wettstreit
        

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