Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Frage der Lokalisation von Riechquellen
Person:
Hambloch, Hans Johanna Püschel
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36055/2/
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Hans Hambloch und Johanna Puschel 
zu Boden oder halten sie in die Luft und laufen schnüffelnd so¬ 
lange herum, bis sie die Riechspur ausfindig gemacht haben. 
Alsdann verfolgen sie sie in gleicher Weise weiter und gelangen 
schliefslich zur Ausgangsstelle des Reizes. 
Ebenso vermag in einem gewissen Grade auch der Mensch 
eine Geruchsspur zu verfolgen. Davon hat sich Szymanski 1 in 
eigenen Versuchen überzeugt. Bei Ausschaltung des Gesichts¬ 
sinnes mufsten seine Vpn. durch willkürliche Verschiebung einer 
in einem Holzrahmen ausgespannten Papierfläche von 40 x 
• • 
26,5 cm Ausdehnung die Örtlichkeit angeben, wo ^ich Spuren 
von Ichthyolammon befanden. Dies geschah mit einer aus¬ 
reichenden Genauigkeit. 
Die Ermittlung von Geruchsspuren stöfst aber so (in Nach¬ 
ahmung von Vorgängen in der Tierwelt) auf verschiedenartige 
Schwierigkeiten: Vor allem dürfen die Flächen, auf denen die 
Spur verzeichnet ist, an Gröfse jenes Mafs nicht überschreiten, 
das zu ihrer bequemen Handhabung erforderlich ist. Sieht man 
aber von der Beweglichkeit der Fläche ab und behilft sich allein 
mit Kopf- und Körperbewegungen, so ermüdet man infolge der 
unbequemen Stellungen, die man einzunehmen genötigt ist, bald. 
Ferner ist die Genauigkeit, mit der die Fährte beim Anlegen der 
Nase an die riechende Fläche zu ermitteln ist, wegen der eigen¬ 
artigen Anordnung der Nasenlöcher und der von ihnen in Form 
und Gröfse abhängigen Riechfelder1 2 keine sehr grofse. So waren 
in den Versuchen von Szymanski die Fehler der Vpn. gemessen 
an den Entfernungen zwischen objektivem und subjektivem Reizort 
recht beträchtliche. 
Diesen Schwierigkeiten kann man aus dem Wege gehen, 
oder sie, vorsichtig ausgedrückt, erheblich herabsetzen, indem 
man Luftproben aus der Umgebung der Riechquelle oder dieser 
selbst entnimmt, wobei man sich eines kleinen Kunstgriffes be¬ 
dienen mufs. Dieser besteht darin, dafs man zwischen Nase und 
Riechfläche ein Glasrohr von ungefähr 50—100 cm Länge und 
einem Innendurchmesser von 5 mm einschaltet, das an dem einen 
Ende etwas zugespitzt, dem anderen so erweitert ist, dafs es als 
Olive in das Nasenloch gesteckt werden kann oder die Nase im 
ganzen aufzunehmen gestattet. Sein Rauminhalt beträgt je nach 
1 Szymanski, J. S., Zur Lokalisation der osmatischen Reize. Pflügers 
Archiv f. d. g es. Physiol. 182, 310. 1920. 
2 v. Skkamlik, a. a. O., S. 50, 51.
        

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