Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die sinnlichen Erfolge bei Darbietung von Geschmacksmischungen
Person:
Hambloch, Hans Johanna Püschel
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36054/10/
Die sinnlichen Erfolge hei Darbietung von Geschmacksmischungen 145 
drücken vermag. Wenn also eine Qualität die andere in einem 
bestimmten Intensitätsverhältnis unterdrückt, so ist damit noch 
nicht gesagt, dafs das Phänomen bei der umgekehrten Anordnung 
auf tritt. Es kann sogar als Regel aufgestellt werden, dafs die 
hochgradige Unterdrückung der einen Qualität durch eine andere 
durchaus nicht reziprok zu sein braucht. Als Mafs für die Unter- 
c 
drückung kann das Verhältnis — genommen werden, das eine 
cs 
Zahl ist, die angibt, um wieviel Mal die Konzentration der unter¬ 
drückten Qualität gröfser ist als ihre Schwellenkonzentration. In 
Tabelle 9 bringen wir als Beispiel die Unterdrückung von bitter 
durch süfs und die von süfs durch bitter. Während die Unter¬ 
drückung im ersten Falle sehr beträchtlich ist, kann dies für die 
zweite Anordnung nicht gesagt werden. 
Dafs das Mafs der Unterdrückung von der Stärke der unter¬ 
drückenden Qualität und von der Qualitätenkombination abhängt, 
war schon Heymanns 1 bekannt. Wir fügen hier in Tabelle 10 
ein paar Angaben darüber ein und zwar für die Kombination 
salzig-bitter und salzig-sauer, wobei jeweils die erstgenannte 
Komponente die stark vertretene war. 
Tabelle 9 
Vp. 
Unterdrückende Qualität 
Unterdrückte Qualität 
cu 
C8 
2 
0,7 m Rohrzucker 
0,00022 m salz. Chin. 
8 
0,3o „ „ 
0,00011 „ „ 
4 
0,H » >5 
0,00006 „ „ 
2,4 
2 
0,00135 m salz. Chin. 
0,06 m Rohrzucker 
4 
0,00065 „ „ 
0,04 „ „ 
3 
0,00027 „ „ 
0,04 „ 
2,5 
0,00013 „ „ 
0,03 „ „ 
2 
Die Tatsache der Unterdrückung von schwächeren, für 
sich allein wohl wahrnehmbaren Geschmacksqualitäten durch 
stärkere hat auf zahlreichen anderen Sinnesgebieten Analogien. 
Wir kennen solche Erscheinungen auf dem Gebiete des Gehörs¬ 
und Geruchssinnes, wo sie recht eingehend untersucht wurden. 
1 s. Fufsnote 2 S. 137.
        

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