Bauhaus-Universität Weimar

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J. M. Ufland 
Gruppen die untersuchten Nichtbleiarbeiter bedeutend jünger 
waren, als die Bleiarbeiter. 
Es sei erwähnt, dafs aufser den Arbeitern auch 200 Arbeite¬ 
rinnen (Konfekteinwicklerinnen und Papparbeiterinnen) unter¬ 
sucht wurden. Die Schärfe des Geschmackes wurde nur für süfs 
bestimmt. Die gewonnenen Ergebnisse zeigten, dafs die Schärfe 
des Geschmackes für süfs bei Bleiarbeitern stärker entwickelt ist, 
als bei Frauen. Dieser Umstand ist um so beachtenswerter, als 
nach zahlreichen, von Skramlik (9) gesammelten Angaben, Frauen 
für den Geschmack von süfs empfänglicher sein sollen, als Männer. 
4. 
Bei der Untersuchung der Schärfe des Geschmackssinnes 
liefs sich eine interessante Gesetzmäfsigkeit beobachten. Während 
bei Nichtbleiarbeitern und -arbeiterinnen die Schärfe des Ge¬ 
schmackssinnes mit zunehmender Arbeitsdauer abnimmt, finden 
wir bei Bleiarbeitern entgegengesetzte Verhältnisse, d. h. die 
Schärfe des Geschmackes für verschiedene Geschmacksstoffe steigt 
mit der Bleiarbeitsdauer. Der Charakter dieser Abhängigkeit 
läfst sich nach unseren unten angeführten Ergebnissen verfolgen. 
Wir betrachten zuerst die Ergebnisse für Nichtbleiarbeiter (Tab. 5). 
Tabelle 5 
Index der Geschmacksschärfe bei Nichtbleiarbeitern, im Verhältnis 
zur Arbeitsdauer 
Absolute Werte 
Relative Werte 
Arbeiter mit 
geringer Ar¬ 
beitsdauer 
Arbeiter mit 
hoher Ar¬ 
beitsdauer 
Arbeiter mit 
geringer Ar¬ 
beitsdauer 
Arbeiter mit 
hoher Ar¬ 
beitsdauer 
Geschmack für süfs 
0,96 
1,14 
100 
119 
» 
„ bitter 
0,00289 
0,00289 
100 
100 
» 
„ sauer 
0,025 
0,027 
100 
108 
n 
„ salzig 
0,22 
0,29 
100 
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Die Gruppe mit geringer Arbeitsdauer umfafst Arbeiter mit 
einer Arbeitsdauer von unter 15 Jahren. Arbeitsdauer von 
15 Jahren und darüber wurde zur Gruppe der hohen Arbeits¬ 
dauer verlegt. Wie ersichtlich, sinkt mit der Arbeitsdauer die 
Schärfe des Geschmackssinnes (der Index steigt). Nur betreffs 
bitter tritt keine Veränderung ein.
        

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