Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über neue Beziehungen zwischen Farbenempfindung und Helligkeit
Person:
Hiecke, Rich.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36049/1/
6? 
• • 
Uber neue Beziehungen zwischen Farbenempfindung 
und Helligkeit 
Von 
Dr. Rich. Hiecke 
Mit 2 Abbildungen im Text 
Der Yerf. hat kürzlich1 eine lineare Formel aufgestellt,, 
welche die yon A. König und C. Dieterici ermittelten relativen 
Helligkeitswerte der Farben des Sonnenspektrums aus den für 
das gleiche Spektrum ermittelten „Farbenempfindungskurven“ 
(Elementarempfindungskurven) abzuleiten gestattet. Die Formel 
für die Helligkeitsstufe von 120 Lux am Photometerschirm 
lautete : 
L = (R — 0,27 G + 0,07 V + 0,25 H) /1,05 ; 
jene für die Schirmhelligkeit von 0,46 Lux dagegen 
L = (R — 0,27 G + 0,45 V + 1,82 H) /3,00. 
Hierin bezeichnet L den Helligkeitswert der Strahlung; 
R, G und V ihren Gehalt an roter, grüner und violetter Elementar* 
empfindung und H ihren Gehalt an Stäbchenweifs (Elementar¬ 
empfindung des Monochromaten). Der paradoxe negative 
Koeffizient von G wurde damals dadurch erklärt, dafs sich die 
Rot- und Grünempfindung hinsichtlich ihrer Helligkeitswirkung 
gegenseitig hemmen. Es kann nun nicht angenommen werden, 
dafs die Grünempfindung einen negativen Helligkeitswert besitzt. 
Da aber eine lineare Formel ohne negativen Grünkoeffizienten 
an den von A. König und C. Dieterici beobachteten Tatsachen 
scheitert, kann der Forderung eines positiven solchen Koeffi¬ 
zienten nur durch eine bezüglich R und G nicht lineare Formel 
1 Neue Folgerungen aus den Farbenempfindungskurven von A. König, 
und C. Dieterici. Zeitschrift für Sinnesphysiologie 58, 111 (1927).
        

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