Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über rhythmische optische Erscheinungen und ihre individuellen Eigentümlichkeiten
Person:
Schaefer, Hans
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36019/9/
Rhythm, optische Erscheinungen und ihre individuellen Eigentümlichkeiten 9 
Schwankung. Der VI. beobachtete das Auge der Vp. ; fast immer, 
wenn ein Umschlag diktiert wurde, war das Auge in Ruhe, er¬ 
folgte ein Lidschlag, so veränderte sich darüber das Bild nur 
selten. 
An Selbstversuchen ergründete sich das Problem wie folgt: 
Ist ein Umschlag von Phase I in Phase II eben erfolgt, so ver¬ 
mag weder Lidschlag noch Augenbewegung einen Umschlag zu 
bewirken. Erst wenn, der Kurve nach, in Bälde ein Umschlag 
zu erwarten war, trat dieser mit dem Lid schlag ein, sich wenig 
verfrühend. 
Die Vermutung Eichlers x, daß sich der Lidschlag hierbei 
umgekehrt nach jedem Umschlag als Schreckreaktion einstelle, 
kann durch meine Beobachtungen nicht bestätigt werden. Jeden¬ 
falls mißt Eichler dem Lidschlag ebensowenig Bedeutung zu 
wie ich. 
c) Ein Drittes führt uns in die Ergebnisse der Arbeit: Die 
bedeutsamsten Fehler scheinen durch Ablenkung, Wille und ge¬ 
mütliche Erregung hervorgerufen zu werden. Durch ärgerliche 
Verstimmung, z. B. beim Hören von Vorgängen außerhalb des 
Zimmers, verlängerte sich das vorhandene Bild, obschon die Vp. 
ruhig weiter beobachtet hatte. 
Der Wille, ein bestimmtes Bild zu halten, verändert die Kurve 
sofort. Diese Einflüsse wurden gleichfalls sorgfältig ausgeschaltet 
oder, falls sie spontan auftraten, registriert. 
Nur in besonderen Versuchen wurden derartige Einflüsse ab¬ 
sichtlich gesetzt und ihre Wirkung auf den Ablauf des Versuchs 
wird unten besonders beschrieben. 
D. Ergebnisse 
I. Teil: Psychologisch eingestellte Versuchsanordnungen 
I. Übersicht 
Die Ergebnisse der Untersuchung bestehen ihrer Natur nach 
aus drei verschiedenen Erkenntnissen: Deren erste ist diejenige, 
daß psychologische Faktoren, wie Aufmerksamkeit, Ermüdung, 
Suggestion, Befehl und Wille einen Einfluß auf die mehr oder 
weniger rhythmisch ablaufenden Schwankungen haben, der ein- 
1 Eichleb, Z. Sinnesphysiol. 61, 154 (1930).
        

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