Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über rhythmische optische Erscheinungen und ihre individuellen Eigentümlichkeiten
Person:
Schaefer, Hans
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36019/21/
Rhythm, optische Erscheinungen und ihre individuellen Eigentümlichkeiten 21 
Die letzte Gruppe von Personen wurde bei mir nur einmal, 
und auch da nur beim Versuch mit der Fadenlampe beobachtet. 
Comberg macht derartige Vpn., zu denen er selbst und noch 
einer seiner Untersuchten gehört, zum Ausgangspunkt einer sehr 
klaren, wenn auch unberechtigten Polemik gegen die Existenz 
eines rhythmischen Nachbildverlaufs überhaupt. Mir bleibt in 
diesem Zusammenhang der sehr sichere Weg, die CoMBERGschen 
Befunde in die große Reihe meiner Typen einzureihen: es ist 
Zufall, daß seine besten Vpn. extrem reagierende Menschen sind; 
alle anderen Vpn. Combergs zeigen einen Wechsel, wenn auch, 
wie er behauptet, keinen rhythmischen. Es gibt eine Stufenleiter 
der Reaktionsweisen, an deren einem Ende die nicht Ansprech¬ 
baren, an deren anderem Ende Comberg steht. Dazwischen liegt 
das Reich derer, die nicht nur die oben beschriebenen, für jede 
Person konstanten Intervalle aufweisen, sondern darüber hinaus 
Abb. 3. Die obere Kurve gibt die 
Phasenlängen der Phase I, die untere die 
der Phase II an. R. Rotes Quadrat 
typologische und physiologische Gleichheiten in ihren gleich¬ 
artigen Versuchen zeigen, die unmöglich einem regellosen Ver¬ 
lauf der Phänomene zugeschrieben werden können. 
Nicht nur, daß bei einer Vp. die Phase II, also die Zeit des 
verloschenen Nachbildes, bis zum Ende des Versuchs ziemlich 
konstant bleibt; auch Phase I, also die Dauer des sichtbaren Nach¬ 
bildes, senkt sich nur ganz unmerklich, wenn man von dem ersten, 
sehr großen Sturz der Phasenlänge I absieht. 
Um dieses Verhalten zu erkennen, zeichnete ich die Nachbildkurven 
auch derart auf, daß ich jeweils die gemessene Länge der Phase I getrennt 
von der der Phase II ebenso aufschrieb, wie dies vorher mit der Phasen¬ 
summe I + II geschah. Zur Veranschaulichung und zum Beleg diene die 
abgebildete Kurve (Abb. 3). 
Wie anders ist diese Tatsache zu erklären, als daß anfangs 
zwar eine ungewöhnliche Einstellung auf den Reiz erfolgt; dann 
aber das nunmehr eingewogene Nachbild in einer regelmäßigen 
Weise verlöscht, wie sie bestimmt nicht von peripheren Momenten
        

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