Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über rhythmische optische Erscheinungen und ihre individuellen Eigentümlichkeiten
Person:
Schaefer, Hans
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36019/17/
Rhythm, optische Erscheinungen und ihre individuellen Eigentümlichkeiten 17 
bedeutend länger zu bleiben und kürzere Intervalle aufzuweisen 
als das Nachbild der Fadenlampe. 
Eine statistische Zeichnung gibt die Verhältnisse wieder (Abb. 2): Die 
fünf Versuchsarten sind aufgezeichnet; es bedeuten die Kolonnen die An¬ 
zahl der Personen, welche eine Wechselfrequenz haben von 0—5 Sekunden 
in der ersten, 5—10 in der zweiten, 10—15 in der dritten, 15—20 in der 
vierten und über 20 Sekunden in der fünften Kolonne. Dabei zeigt die 
Würfelzeichnung die meisten Vpn. auf eine mittlere Frequenz konzentriert. 
Auch von der Reihenfolge, in der die Versuche vorgenommen 
werden, erweist sich ihr Durchschnittswert unabhängig. Zum 
Vergleich der angeführten Daten diene die beigefügte Tabelle 2 
welche alle Werte, nach Vpn. geordnet, angibt. 
IV. Willkürliche Beeinflussung 
Versucht man willkürlich, den Rhythmus zu verlangsamen, 
so gelingt dies sofort ; bei manchen Personen extrem, bei manchen 
in geringerem Ausmaße. Einmal beobachtete ich sogar, daß beim 
Wettstreit sich, auf Befehl, eine Phase nur auf Kosten der anderen 
verlängerte. 
2,6 (If) 2,6 
Die Kurven werden, wie schon angedeutet, springender, unruhiger 
unter willkürlichen Einflüssen. 
V. Abweichendes Verhalten der Nachbilder 
Nur beim Nachbild ist dieses Verhalten grundsätzlich 
anders. Es bleibt, ganz unabhängig von der Einstellung der Vp., 
stets gleich lang. Z. B. beträgt die erste erscheinende Phase I 
beim Nachbild des roten Plakats bei einer Vp. 21,5 und 21,0 Se¬ 
kunden, 26; 26; 19,7; 23; 23,5 Sekunden beim Nachbild der 
Fadenlampe. Auch die Länge der Nachbilddauer überhaupt (bis 
zum Augenblick der erfolgten Adaptation) ist stets in engen 
Grenzen konstant und wird nur durch Ermüdung kürzer, wie 
auch durch fortschreitende Übung länger sichtbar. 
Das Nachbild wechselt auch nicht in der Dauer seiner Phasen. 
Es ist also, einfach gesagt, durch willkürliche Maßnahmen und 
Vorsteflungseinflüsse nicht zu verändern. 
Zeitschr. f. Sinnesphysiol. 62 
2
        

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