Bauhaus-Universität Weimar

Die Reaktionszeiten bei Schmerzreizen 
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Tabelle 1 
Reaktionszeiten auf reine Schmerzreize 
Vp. 
Zahl der Versuche 
Mittlere Reaktionszeit in 6 
1 
21 
870 
2 
15 
992 
3 
19 
740 
4 
60 
930 
Die großen Schwankungen lassen sich nicht ohne weiteres 
erklären. Wahrscheinlich hängt dies hauptsächlich damit zu¬ 
sammen, daß die Reizgebung niemals ganz gleichmäßig erfolgen 
kann. Sicher ist aber auch die Lage des Rezeptors in den ober¬ 
flächlichen Anteilen der Haut für das Ergebnis von Bedeutung. 
Liegt er der Oberfläche näher, so kann eine Erregung leichter 
zustande kommen, als wenn er tiefer gelegen ist. Dementsprechend 
müßte sich im ersten Falle eine kürzere, im zweiten eine längere 
Reaktionszeit ergeben. Es mögen aber auch individuelle Unter¬ 
schiede eine gewisse Rolle spielen. So reagierte Vp. 3 auf Schmerz¬ 
reize vielfach relativ rasch, so daß sich bei ihr die Werte bei 
etwa 450—500 o häuften. Es kamen aber bei ihr gar nicht etwa 
selten auch trägere Reaktionen vor, mit etwa durchschnittlich 
900 o Zeitdauer. 
Um mich zu überzeugen, welches die Reaktionszeiten bei 
Anwendung des Distelstachels sind, wenn als erste Empfindung 
nicht Schmerz, sondern Berührung auftritt, habe ich an Vp. 3 
eine eigene Serie angestellt. Aus 39 Einzelversuchen berechnete 
ich dann eine Schmerzreaktionszeit von 654 a. 79 % aller ge¬ 
fundenen Werte wraren größer als 500 o, 28% größer als 700 a. 
Es stellte sich also heraus, daß man in diesem Falle, wo der 
Schmerzempfindung eine Berührungsempfindung vorangeht, durch¬ 
aus in den Bereich der Reaktionszeiten bei reinen Schmerzreizen 
kommt. Hat doch diese Vp. bei reinen Schmerzreizen eine Re¬ 
aktionszeit von 740 a ! 
Zur Prüfung des Einflusses starker Schmerzreize auf 
die Dauer der Reaktionszeiten machte ich eine Serie von Ver¬ 
suchen mit der stärkeren Borste von 1,5 g maximalen Druck. 
Durch diese wird sogenannter Stichschmerz erzeugt. Dabei 
stellte sich heraus, daß die Reaktionszeit eine gewisse Abkürzung 
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