Bauhaus-Universität Weimar

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F. Löhle 
beiden betrachteten Sterne bis zur Ebenmerklichkeit abgeschwächt 
werden, wird dann zum Ausdruck gebracht durch die Formeln: 
(1) 
hi ki=hs d 
m! — 2,5 log lq = ms 
1 « « V/v4 Vy X 
h2 k2 hs 
m2—2,5 log k2 = ms 
und daraus folgt: 
(2) 
h2 : tq = kj : k2 bzw. 
ma — mi = 2,5 [log k2 — log k,J 
Dem Gleichungssystem (1) liegt die Annahme zugrunde, dafs 
der Schwellenwert abgesehen von zufälligen Fehlern, für beide 
Sterne der gleiche ist. Die Erfahrung hat aber gezeigt, dafs er 
besonders während einer längeren Beobachtungsreihe unkontrollier¬ 
baren, zeitlichen Schwankungen unterliegt. G. Müller1 sagt 
darüber in seiner Photometrie der Gestirne (S. 154). „Bei Beginn 
der Messungen, wo das Auge zwar noch frisch aber durch die 
äufsere Helligkeit beeinflufst ist, wird die Auslöschung zu zeitig 
geschehen. Dann wächst die Empfindlichkeit des Auges und 
erreicht ziemlich bald den Höhepunkt, auf dem sie mit kleinen 
zufälligen Schwankungen bleibt, bis eine gewisse Ermüdung ein- 
tritt, infolge deren der Auslöschungspunkt wieder herabsinkt. 
Dieser Verlauf der Empfindlichkeitskurve scheint für alle Beob¬ 
achter typisch zu sein.“ 
Da die Auslöschung im indirekten Sehen vorgenommen 
wird, mufs dem Einflufs der Farbe Rechnung getragen werden. 
Die Funktionsweise der Stäbchen gegenüber den Farben entspricht 
ungefähr der Arbeitsweise der photographischen Platte. In bei¬ 
den Fällen übt der farbige Stern eine geringere Wirkung aus 
als der farblose. Werden also ungleichfarbige Sterne, z. B. ein 
weifser und ein roter Stern gleichmäfsig abgeschwächt, so tritt 
die Abschwächung bei dem roten Stern stärker in die Erscheinung 
als bei dem weifsen. 
Die vorliegenden Beobachtungen genügen nicht, den Einflufs 
der Farbe zahlenmäfsig nachzuweisen; dafs er bei der Bestimmung 
der Sichtbarkeitsgrenze im Sinne einer Dunklerschätzung der 
roten Sterne gegenüber gleich hellen weifsen angedeutet ist, zeigt 
eine nähere Durchsicht der bisher ausgeführten Schätzungen. 
Eine weitere Fehlerquelle der Auslöschungsmethode könnte 
in dem Umstand gesucht werden, dafs mit der Abschwächung 
des Sterns der Durchmesser des Beugungsscheibchens zunimmt 
und die Leuchtdichte in gleichem Mafs abnimmt. Beobachtungen 
1 G. Müller, Die Photometrie der Gestirne. Leipzig (1897).
        

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