Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die psycho-physischen Konstanten und Variablen des Temperatursinnes [I. Die Konstanz der Empfindlichkeit der Temperaturnerven / II. Die Umstimmung der Erregbarkeit der Temperaturnerven]
Person:
Hahn, Helmut
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36006/48/
Psycho-physische Konstanten u. Variablen des Temperatur Sinnes. II 209 
merkenswerte Eingreifen der Hauttemperatur zu analysieren. 
Zur Untersuchung der Reizstärke und -dauer haben wir uns da¬ 
bei eines Sonderfalles bedient, indem wir ihren Einflufs auf die 
Anstimmung nur der Kältenerven während ihrer Erwärmung 
auf 38° beobachtet haben. 
Der Gang der Untersuchung der Anstimmung entsprach in 
den meisten Einzelheiten den Abstimmungsversuchen. Vor Be¬ 
ginn der Versuche wurden die Hände mindestens 5 Minuten auf 
38° erwärmt. Die Versuchshand wurde dann unmittelbar in 
das Reizwasser getaucht, dessen Reizstärke geprüft werden sollte, 
und für die Zeit der zu untersuchenden Reizdauer in ihm be¬ 
lassen. Hiernach wurde die Versuchshand in das Wasser von 
38° zurückgehoben und nach verabredeten Zeiten zur Vergleichs¬ 
reizung in das gleiche Reizwasser zurückgetaucht. Während des 
Aufenthaltes in dem Wasser von 38° bildete sich die Adaptation 
gegen die Reiztemperatur wechselnd weit zurück, wobei dem 
Vorrücken der Anstimmung mit der Zeit eine Kälteempfindung 
von steigender Stärke bei der erneuten Abkühlung der Versuchs¬ 
hand auf die ursprüngliche Reiztemperatur entsprach. Die 
Stärke dieser Empfindung wurde wieder an der konstant emp¬ 
findlichen Vergleichshand gemessen, die sich ständig in dem 
Wasser von 38° aufhielt und zum Vergleich gleichzeitig mit der 
Versuchshand in ihr Reizwasser von unbekannter Temperatur 
getaucht wurde, worauf die Kälteempfindungen 3—7 Sekunden 
später verglichen und protokolliert wurden. 
Versuche und Besprechungen der Ergebnisse 
In der Abb. 5 haben wir den Verlauf der Anstimmung der 
Kältenerven von Hahns Versuchshand während ihrer Erwärmung 
auf 38° gegenüber Kältereizen von 26° und 19° bei einer Reiz¬ 
dauer von stets 1 Minute eingezeichnet. Bei der Anstimmungs¬ 
kurve I gegenüber der Reiztemperatur von 17° war J. Gold¬ 
scheider Vp. Die Zahlen der Abszissen der Kurven geben den 
Zeitpunkt des Empfindungsvergleiches an (beginnend mit dem 
Ende des 1. Aufenthaltes der Versuchshand in dem Reizwasser), 
die Zahlen der Ordinaten die als gleichkalt empfundenen (um¬ 
gerechneten) Reiztemperaturen der Vergleichshand. Die den 
Reiztemperaturen für die Versuchshand entsprechenden Ordinaten 
haben wir noch besonders markiert, da ihr Schnittpunkt mit den 
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