Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Intervallochord: Ein Instrument zur bequemen, akustischen Darstellung beliebiger Intervalle, Tonleitern, Akkorde usw.
Person:
Laker, Karl
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36004/3/
Das Intervallochord 
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Messingknopf und benützt ihn als Handhabe beim Verschieben. 
Durch das Anziehen dieses Knopfes wird auch die Federung 
aufser Wirksamkeit gebracht, so dafs der Steg leicht und sicher 
in seiner Führung dahingleitet. Wenn man den Knopf losläfst, 
zieht die Federung an, der Steg ist wieder fixiert und die Saite 
an jener Stelle gekürzt, auf deren Skalenstrich der Zeiger des 
Steges hinweist. Dann läfst das rechte Teilstück der gekürzten 
Saite bei Erregung den Ton erklingen, dessen Höhe durch die 
Skala erkenntlich ist. 
Da die Skalenteilung das Wichtigste und wesentlich Neue 
am Instrumente ist, so sei darüber Folgendes berichtet: 
Die Darstellung von Tonempfindungswerten auf dem Inter- 
vallochorde ist die akustische Ergänzung und Konsequenz meines 
Systems der anschaulichen Darstellung akustisch-musikalischer 
Begriffe und Gesetze, über die ich auch in dieser Zeitschrift be¬ 
richtet habe.1 Es dient dazu, um die den Tonempfindungswerten 
genau entsprechenden, als Raumstrecken optisch dargestellten 
Intervallgröfsen auch rasch und mühelos akustisch wiedergeben 
zu können. Die anschauliche Darstellung von Intervallen, die 
für die Strecke einer Oktave auch im 7. Streifen der Abb. 2 
wiedergegeben ist, beruht auf der Tonmessung mittels des Ok- 
tavenzentimetermafses.2 Bei diesem erscheint jede Oktaven¬ 
strecke in 100 genau gleichgrofse Tonempfindungswerte geteilt 
und ein solches Teilchen, Oktavenzentimeter oder kurz (OZ) ge¬ 
nannt, ist die Mafseinheit. Jede beliebige Intervallgröfse läfst 
sich nun als Vielfaches dieser Mafseinheit ausdrücken und diese 
Zahlen eignen sich vorzüglich zur graphischen und körperlichen 
Darstellung von Intervallen. 
Sie sind die logarithmischen Werte der Schwingungszahlen in einem 
100 
Logarithmensystem mit der Basis y2 -3 
Bezeichnet S eine beliebige Schwingungszahl und S' eine beliebige, 
höhere Schwingungszahl, so sind 
X(OZ) 
log S'- 
logS 
log 
100 
, denn 
1 Der Tonbausteinschieber usw. Z. Sinnesphysiol. 58, 80 (1927). 
2 Das musikalische Sehen. Anschauliche Darstellung von Begriffen 
und Gesetzen der Musiklehre. Von Dr. Karl Laker. Verlag von Leuschner 
und Luhenshry in Graz. 1913. 
3 Anschauliche Darstellung der Klangwahrnehmungen. Von Prof. 
Dr. K. Laker. Z. Hals- usw. Heilk. Kongrefsband 18—1927. S. 469.
        

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