Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die elektrische Erregbarkeit des menschlichen Auges während der Dunkeladaptation
Person:
Achelis, J. D. J. Merkulow
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36002/1/
95 
(Aus dem physiologischen Institut der Universität Leipzig) 
Die elektrische Erregbarkeit des menschlichen Auges 
während der Dunkeladaptation 
Von 
J. D. Achelis und J. Merkulow 
Mit 6 Abbildungen im Text 
Bezeichnet man als Zonentheorie1 eines Sinnesorgans jede 
Auffassung, die für das Zustandekommen einer Wahrnehmung 
die Aufeinanderfolge von mehreren Prozessen mit verschiedenen 
Ordnungsprinzipien als Voraussetzung annimmt (und die Mehr¬ 
zahl der Physiologen wird in irgendeiner Form dieser Ansicht 
sein), so kann man sagen, dafs bei der Mehrzahl der Sinne die 
erste und zweite Zone weitgehend erforscht und bekannt sind: 
die Dioptrik des Auges und die Tätigkeit der Retina, der schall¬ 
leitende Apparat und die Funktion der Schnecke, die Deformation 
der Haut und die Erregbarkeit der Endorgane sind Themen, die 
die Sinnesphysiologie in erster Linie bearbeitet hat. Die Unter¬ 
suchung der nächsten Zone, des leitenden Nerven und des zen¬ 
tralen Graus ist dagegen erheblich zurückgetreten. Die Gründe 
dafür sind zum Teil methodischer Art, zum Teil glaubt man aber 
auch die Ergebnisse der Hirnanatomie ohne weiteres in die 
Physiologie übertragen zu können. Das starre Schema der 
Leitungsbahnen ist so ein wesentlicher Bestandteil der zentralen 
Sinnestheorie geworden. 
Man kann nun aber das Nervensystem nicht mehr als ein 
so starres System ansehen. Erfahrungen, die zunächst wesentlich 
1 Vgl. v. Kries: Nagels Handbuch III, 269ff. Klin. Mbl. Augenheilk. 
70, 577 (1923). — G. E. Müller, Bericht über den I. Kongrefs für experi¬ 
mentelle Psychologie. Giefsen 1904. S. 6-10. — H. K. Schjelderup: Z. Sinnes- 
physiol. 51, 19 (1920).
        

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