Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die von Chr. Ladd Franklin aufgestellte Theorie der Farbenempfindungen
Person:
Müller, G. E.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36000/1/
71 
• • 
Uber die von Chr. Ladd Franldm 
aufgestellte Theorie der Farbenempfindungen 
Von 
G. E. Müllek 
Man hat mich schon vor längerer Zeit aufgefordert eine 
Beurteilung der hier erwähnten Theorie, welche in Amerika an¬ 
scheinend grofsen Anklang gefunden habe, zu geben. Ich habe 
dieser Aufforderung bisher aus verschiedenen Gründen nicht 
Folge geleistet. Nachdem nun aber neuerdings auch Ladd 
Franklin selbst in fast vorwurfsvollem Tone an mieh die Frage 
gestellt hat, weshalb ich in meinen Veröffentlichungen nicht zu 
ihrer Theorie Stellung nehme, will ich ihrem Wunsche entsprechen 
und im nachstehenden die vermifste Beurteilung, die vielleicht 
doch im Interesse der Wissenschaft liegt, liefern. 
Ladd Franklin (im folgenden kurz mit F. bezeichnet), die 
im Eingänge der sogleich anzuführenden Abhandlung von sich 
selbst sagt, dafs sie, wie jedermann wisse, für die Erörterung 
dieses Gegenstandes ganz besonders qualifiziert sei, hat durch 
zahlreiche Abhandlungen und nicht ohne Erfolg die Aufmerk¬ 
samkeit auf ihre Theorie zu lenken versucht. Ich halte mich im 
nachstehenden hauptsächlich an ihre als Anhang zur englischen 
Übersetzung der Physiologischen Optik von Helmholtz gedruckte 
Abhandlung über die Natur der Farbenempfindungen, die auch 
in französischer Übersetzung sich in L’Année Psychologique 25, 
(1925) findet. 
1. Darstellung der Theorie 
F. nimmt in ihrer Theorie, die sie als eine genetische oder 
evolutive bezeichnet, 3 Epochen in der Entwicklung des mensch¬ 
lichen Farbensinnes an. In der ersten Epoche gibt es in der 
Netzhaut nur eine, noch jetzt in den Stäbchen konstatierbare,
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.