Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Bedeutung der roten Strahlen bei der scheinbaren Vergrößerung von Sonne und Mond am Horizont
Person:
Leiri, F.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit35997/7/
Die Bedeutung der roten Strahlen hei der scheinbaren Vergrößerung usiv. 33\ 
ordinaten aufgetragen, welche der objektiven Helligkeit in den 
entsprechenden Punkten von fog proportional sind. Wäre das 
Bild der Fläche vollkommen genau, so würde die gebrochene 
Linie adcg die Größe der Helligkeit ausdrück en. Von b bis zum 
Rande der Fläche bei c würde nämlich die Fläche die konstante 
Helligkeit H haben, von c ab nach g zu die Helligkeit 0. Wenn 
durch Mangel der Akkommodation Zerstreuungskreise gebildet 
werden, so nimmt dagegen, . . . die Helligkeit ab wie die Kurve 
afg. Es greift dabei sowohl das Helle über das Dunkle über in 
cg, als das Dunkle über das Helle in ad, und so viel Licht sich 
über den Rand hinaus verbreitet, muß natürlich innerhalb des 
Randes der hellen Fläche entzogen werden. Solange wir nur die 
objektive Helligkeit berücksichtigen, würden also die hellen 
Flächen durch die Zerstreuungskreise nicht vergrößert erscheinen 
können. Im Gegenteil die Fläche, welche die volle Helligkeit 
zeigt, ist durch die Zerstreuungs¬ 
kreise kleiner geworden, wenn 
auch die Fläche, welche über¬ 
haupt Licht empfängt, größer 
geworden ist. Berücksichtigen 
wir nun aber, daß die Lichtemp- 
findung für die höheren Stufen 
der objektiven Helligkeit gar 
nicht oder wenig verschieden ist, 
so folgt daraus, daß die Ver¬ 
minderung des Lichts innerhalb der Fläche weniger bemerkt 
werden wird, als die Erleuchtung vorher dunkler Stellen jenseits 
ihres Randes, so daß also für die Empfindung die Ausbreitung 
des Hellen allein, und nicht die des Dunkels vergrößert erscheint. 
Am auffallendsten wird die Erscheinung sein, wenn die Fläche 
hell genug ist, daß innerhalb der Zerstreuungskreise, die Licht¬ 
empfindung schon ihr Maximum erreicht. Wäre das z. B. in 
Abb. 1 bei li der Fall, so würde die scheinbare Helligkeit bei h 
nicht mehr von der vollen Helligkeit im Innern der Fläche zu 
unterscheiden sein. Die volle Helligkeit der Fläche würde also 
bis h zu reichen scheinen und auch jenseits h erst langsam ab¬ 
zunehmen, ehe sie bei g ganz verschwindet. Daraus erhellt auch, 
warum für das Zustandekommen der Irradiation große Helligkeit 
vorteilhaft ist. Desto näher nämlich an g liegt die Stelle, wo das 
Maximum der Lichtempfindung erreicht wird. Daraus erklärt 
Zeitschr. f. Sinnesphysiol. 61 23
        

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