Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über den gesteigerten farbigen Simultankontrast der anomalen Trichromaten (Mit spektralen Lichtern monokular und binokular untersucht)
Person:
Holzlöhner, E. W. H. Stein
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit35993/14/
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E. Holzlöhner und W. II. Stern 
Von den 9 von uns untersuchten Anomalen hatten 6 mon¬ 
okular gesteigerte Kontraste. Trotzdem nun alle diese 6 sich sehr 
bemühten, die binokulare Vereinigung der beiden Halbfelder zu 
lernen (es handelt sich in jedem Falle um mehrstündige Unter¬ 
suchungsreihen), war es nur zweien möglich, dieses Ziel zu er¬ 
reichen. Der eine davon war St., der nun sehr ausgedehnte 
Messungen an sich selbst vornehmen konnte. 
Es stellte sich heraus, daß St. auch binokular deutliche 
Kontraststeigerungen wahrnahm und auch einstellte, während V. 
Kontraststeigerungen vermissen ließ. Allerdings konnten wir bei 
V. nicht die ausgedehnten Untersuchungsreihen vornehmen wie 
bei St. Umgekehrt zeigte sich auch bei St., daß die Übung im 
binokularen Vereinigen der Halbfelder einen starken Einfluß auf 
die Einstellungen hatte. 
Die Kontraste bei St. zeigten sich einmal darin, daß er genau 
so wie bei den monokularen Kontrasten das Natriumgelb neben 
einem Lithiumrot oder Thalliumgrün in der Kontrastfarbe sah. 
Der Kontrast betraf das ganze Halbfeld. Randkontraste wurden 
nicht wahrgenommen. Wenn neben dem kontrasterregenden Feld 
eine beliebige Stelle des Spektrums dargeboten wurde, und nun 
ein Gelb eingestellt werden sollte, zeigte sich genau so wie bei 
dem monokularen Kontrast eine Abweichung der Gelbeinstellung 
nach der Seite der kontrasterregenden Farbe. Wurde das kon¬ 
trasterregende k eld abgedeckt, so schwanden die Kontrasterschei- 
nungen, allerdings nicht so plötzlich wie bei dem monokularen 
Kontrast, sondern langsamer. Ferner erschien bei den kompen¬ 
satorischen Einstellungen des Gelb dieses nie so rein, wie bei den 
monokularen Einstellungen. Das eingestellte Gelb sah weniger 
gesättigt (schmutziggraugelb) aus. Dieselbe Erscheinungen gilt 
auch für die Kontrastfarbe, in der das natriumgelbe Halbfeld 
neben einem kontrasterregenden Halbfeld erscheint. 
Wir haben uns nun sehr bemüht, bei diesen Versuchen Selbst¬ 
täuschungen zu vermeiden. Diese sind schon deswegen aus¬ 
zuschließen, weil die kompensatorischen Einstellungen von Gelb 
neben Rot oder Grün gewöhnlich weit außerhalb der Grenzwerte 
für die Gelbeinstellungen ohne Kontrast lagen. Die Einstellungen 
waren in den einzelnen Versuchsreihen relativ regelmäßig, d. h. 
die Streuung war nicht größer als bei den monokularen Ein¬ 
stellungen (s. Tab. 2 u. 4).
        

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