Bauhaus-Universität Weimar

Zur Frage nach der Lokalisation der Hautempfindungen. 
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sprechend dieser Einschränkung arbeitete die Verf. an zwei 
Hautstellen, der Beugeseite des Oberarms und der Schlüsselbein* 
gegend, während Ponzo 25 Hautgegenden zu untersuchen hatte. 
Es waren dieselben, für welche er schon die Lokalisationsver¬ 
hältnisse der Tastempfindungen bestimmt hatte. — Nach den 
Angaben der Yerf. sind die von ihr untersuchten Hautstellen 
„wenig oder gar nicht behaart“ (?)1 Da sie weder Tast- noch 
Schmerzpunkte auf der Haut vorher genau markierte, so drängt 
sich auf Grund der ganzen Versuchsanordnung, die sie befolgte, 
der Zweifel auf, ob, was sie als Tast- und Berührungsempfindung 
bezeichnet, wirklich in allen Fällen der Bedeutung entspricht, 
die man diesen Ausdrücken beizulegen pflegt. Es ist bekannt, 
dafs diffuse Tasteindrücke nicht immer leicht von den sehr 
schwachen Anfangsstadien der Schmerzempfindung unterschieden 
werden. 
Um zusammenzufassen: Die Ergebnisse der Verf. und die¬ 
jenigen Ponzos sind wegen der Verschiedenheit der Bedingungen, 
unter denen sie gefunden wurden, überhaupt nicht gut ver¬ 
gleichbar. Wir halten unsere Ergebnisse, nach denen die 
schmerzhafte Stichempfindung im allgemeinen etwas besser 
lokalisiert wird als die Tastempfindung, nach wie vor aufrecht. 
Man mag die Ergebnisse unter gleichen Bedingungen nachprüfen 
und danach das Urteil fällen. Nur ein solches Urteil kann für 
uns Wert haben. 
Schließlich sei mir noch gestattet, den Wunsch auszusprechen, 
dafs auch innerhalb der physiologischen Forschung die psycho¬ 
logisch längst überwundene Lehre von den „Seelenvermögen“ 
endlich verschwinden möge. Was man unter einem „Lokalisations¬ 
vermögen“, oder einem „absoluten Erkennungs- und einem Unter¬ 
scheidungsvermögen“ bei einem „Sinneswerkzeug“ 2 zu verstehen 
hat, ist schlechterdings nicht einzusehen. 
1 Ebenda, S. 143. 
2 E. v. Skr Amlik, a. a. O., S. 69 f.
        

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