Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über Entfernungstäuschungen im Gebiete des Drucksinnes
Person:
Kawakami, Riiti
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit35977/4/
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Riiti Kawàkami. 
A. Vergleich von Strecken durch Tastteile in der 
Normallage. 
1. Vergleich von Strecken in der Längsrichtung durch symmetrisch 
gelegene Tastteile der beiden Hände. 
Auf der Volarseite des gestreckt gehaltenen zweiten rechten 
Fingers wurden zwei Druckreize in verschiedener Entfernung von¬ 
einander (50, 40, 30, 20, 10 mm) gegeben, und es war Aufgabe, 
die subjektiv gleich lang erscheinende Strecke auf der Volarseite 
des zweiten linken Fingers ausfindig zu machen. Im allgemeinen 
war bei den verschiedenen Strecken der proximale Punkt auf 
der rechten und linken Hand symmetrisch gelegen. Es wechselte 
also auf der linken Hand nur der distal gelegene Punkt. Als 
Örtlichkeit zur Ausgleichung wurde das Endglied der Finger 
gewählt, eine Hautgegend von hoher Raumempfindlichkeit. Der 
Fehler der Messungen ist daher ein kleiner und beträgt höchstens 
+ 0,25 mm. Aus der Tabelle 1 geht hervor, dafs die subjektiv 
gleich lang erscheinenden Strecken nur selten auch objektiv 
gleich lang sind. Wie schon v. Skramlik gefunden hat, mufs in 
der Mehrzahl der Fälle die Entfernung der beiden Druckreiz¬ 
stellen auf dem linken Finger objektiv gröfser sein, als auf dem 
rechten, damit beide Strecken subjektiv gleich lang erscheinen. 
Daraus kann man die Gesetzmäfsigkeit herleiten, dafs objektiv 
gleich lange, in der Längsrichtung dargebotene Strecken bei der 
taktilen Beurteilung durch zwei symmetrisch gelegene Tastflächen 
der rechten und linken Hand subjektiv nicht von gleicher Länge 
sind, dafs vielmehr die rechtsdargebotene gröfser erscheint. 
Alle Differenzen in der Länge der beiden Strecken, die einen 
halben Millimeter übersteigen, sind nach den obigen Angaben 
bereits als wirkliche Abweichungen zu betrachten, die auf 
einer ungleichmäfsigen Funktion der Tastflächen rechts und links 
beruhen und nicht etwa auf blofsen Fehlern bei der Bestimmung, 
bedingt durch die Unfähigkeit, solch geringe Unterschiede wahr¬ 
zunehmen. Dies lehren vor allem die ferneren Untersuchungen 
über Vergleichung von Strecken in der Querrichtung. Der 
Quotient: Strecke rechts dividiert durch die subjektiv gleich lang 
erscheinende links (Sj/Sa) ist bei der gleichen Vp. für 
Strecken verschiedener Länge annäherd konstant, 
bei verschiedenen Vpn. aber verschieden. Er schwankt zwischen 
0,83 und 0,90 und erreicht selten 1,0.
        

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