Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die zahlenmäßige Beziehung zwischen den physikalischen und physiologischen Helligkeitseinheiten und die Pupillenweite bei verschiedener Helligkeit
Person:
Schroeder, Hugo
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit35956/11/
Physikalische und physiologische Helligkeitseinheiten. 
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falsch gestellte Aufgabe ist, darauf wurde hier schon eingangs 
hingewiesen. Gewifs kann man wie Nuttino und Troland und 
manch andere vor ihnen, aus den generellen und Unterschieds¬ 
schwellen eine Integralkurve entwerfen; aber das ist und bleibt 
eine papierene Konstruktion, deren mathematische Voraus¬ 
setzungen bei den physiologischen und psychischen Vorgängen 
durchaus nicht erfüllt zu sein brauchen. Eine solche Kurve ist 
allein schon deshalb kein Mafsstab für Empfindungsstärken, 
weil letztere ebensosehr mit der Stimmung des Auges wie mit 
der Lichtintensität variieren. 
Da nun aber die beiden Reihen von photometrischen Ein¬ 
heiten einstweilen noch nebeneinander in Gebrauch sind, er¬ 
scheint der Versuch berechtigt, sie, wenn auch nur der Grofsen- 
ordnung nach, miteinander in Beziehung zu setzen. Auf Ver¬ 
anlassung von Herrn Prof. Arnt Kohlrausch habe ich daher 
innerhalb eines möglichst weiten Bereiches von Beleuchtungen 
durch binokularen Vergleich zu bestimmen versucht, wie weit 
objektiv die Leuchtdichten für das mit natürlicher Pupille beob¬ 
achtende Auge reduziert werden müssen, damit dieses und das 
andere, durch 1 qmm Diaphragma blickende Auge eine binokulare 
Helligkeitsgleichung einstellen. 
Methodik. 
1. Prinzip der angewandten Methodik. 
Den binokularen Helligkeitsvergleich habe ich mit der von 
Pulfrich1 angegebenen stereophotometrischen Methode ausge¬ 
führt; sie beruht auf folgendem Prinzip: Eine in frontaler Ebene 
hin und her schwingende Marke, z. B. ein schwarzes Pendel vor 
weifsem Hintergrund, scheint kreisende Bewegungen auszuführen, 
sobald die beiden Augen verschieden stark belichtet werden, 
beispielsweise dadurch, dafs man ein Grauglas oder ein enges 
Diaphragma vor dem einen Auge anbringt. Das Pendel kreist 
vom verdunkelten Auge hinten herum zum heller sehenden. Je 
gröfser der Belichtungsunterschied beider Augen ist, um so mehr 
weicht die scheinbare Bewegung aus der frontalen Ebene ab; 
sie geht mit wachsendem Belichtungsunterschied aus der ebenen 
frontalen Hin- und Herbewegung in eine elliptische mit frontaler 
1 C. Pulfrich, Die Stereoskopie im Dienste der Photometrie und Pyro¬ 
métrie. Berlin, J. Springer. 1923.
        

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