Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beiträge zur Farbenlehre [1. Zur Kennzeichnung der Farben / 2. Zur Messung der Farben / 3. Zur graphischen Darstellung der Farben / 4. Zur Frage des natürlichen Schwarzgehaltes kalter Körperfarben / 5. Die Halbschattenmethode: Ein einfaches Verfahren zur Herstellung und Prüfung von künstlichem Tageslicht / 6. Über Farbenhalbe und Gegenfarben: Bemerkungen zu F. Bohnenbergers Abhandlung über "Die Bedeutung der Ostwaldschen Farbenlehre"]
Person:
Miescher, Karl
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit35950/53/
Zur Messung der Farben. 
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quelle und zwar so, dafs die weifse Fläche im Dunkelkasten 
direkt und gleichmäfsig beleuchtet wird. Durch Änderung der 
Entfernung der Lichtquelle kann die Helligkeit passend einge¬ 
stellt werden. Um dies zu erleichtern, ist die Rückwand des 
Lichtkastens nur mit einem schwarzen Tuch bedeckt. Seitlich 
über der Öffnung des Dunkelkastens führt man die Farbtonskala 
vorbei und bringt rechtwinklig zu ihr das Vergleichsgrau an 
(s. Abb. 15). 
Die Messung des Farbtons erfolgt im übrigen ganz gleich wie 
bei den Körperfarben. Ich ermittelte derart die Farbtöne von 
4 Lichtquellen bei gewöhnlichem Tageslicht. Schon früher be¬ 
stimmte Jones1 2 die Farbtöne einer Reihe von Lichtquellen in bezug 
auf Spektralfarben. In folgender Tabelle sind in der ersten Kolonne 
die Werte von Jones in Wellenlängen, in der zweiten die ent¬ 
sprechenden Farbtöne (nach Ostwald) und in der dritten die 
von mir gefundenen Töne wiedergegeben. 
Jones 
K. M. 
Wellen¬ 
längen 
n 
n 
k 
t 
1. 
Kerze 
0,593 
13 
14 
0,02 
0,98 
2. 
Kohlenfadenglühlicht 
0,5915 
12,5 
13 
0,03 
0,97 
3. 
Wolframlampe 1,25 Watt 
0,588 
12 
12 
0,05 
0,95 
4. 
» 1 „ Gasgefüllt 
0,586 
11 
— 
— 
— 
5. 
» 0,75 „ 
— 
— 
11 
0,08 
0,92 
6. 
n 0,5 „ „ 
0,5845 
1 
10 
: 
| 
— 
— 
— 
Die Übereinstimmung ist gut. Übrigens fand v. Hübl 2 für 
eine Metallfadenlampe nach dem Dreifarbtonsystem : 100 Rot -j- 56 
Grün + 13 Blau. Dies entspricht auf Grund von Ostwalds An¬ 
nahmen dem Farbton 12. 
Um die Weifslichkeit oder Sättigung des Lichtes auf ana¬ 
lytischem Wege zu bestimmen, ersetzt man bei obiger Anordnung 
den Pomi durch das Sehrohr und die Farbton- durch die Grau¬ 
leiter. Letztere mufs an der Längsseite scharf abgeschnitten sein. 
Die Entfernung der Lichtquelle wird derart gewählt, dafs bei 
Ermittlung der Eigenfarbe mittels der OsTWALD-Filter das Feld im 
1 Siehe M. Luckiesh, Color, S. 97. 
2 A. a. 0. 
7*
        

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