Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über foveale Wahrnehmung scheinbarer Ruhe an bewegten Körpern und deren Lokalisation, sowie über die Aberration der Sterne
Person:
Filehne, Wilh.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit35946/7/
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Wilk Filehne. 
Wie wir soeben sahen, hat der die Lichtverspätung zum 
Ausdruck bringende Winkel — çoj den gleichen Wert 20“,5. 
Dieser und hierdurch das — scheinbare — Zurückbleiben 
und das durch die Aberration bedingte — scheinbare — Vor an¬ 
eil en des Objekts (Mond, Reisegenosse) heben sich also gegen¬ 
seitig auf. Wir lokalisieren —unter den angegebenen 
Bedingungen richtig. Wir werden aber finden, dafs dies 
nur gilt, so lange der Quotient — sehr klein ist. Sobald er 
c 
grofser wird, d. h. sobald v (im Verhältnis zu c) gröfser wird z. B. 
wenn es sich um Geschwindigkeiten über 3000 km handelt, 
ändert sich die Sache. Ob es in Wirklichkeit derartige grofse 
Geschwindigkeiten an wirklichen Körpern (nicht an Elek¬ 
tronen, Lichtfortpflanzung und anderen Vorgängen) gibt, ja 
auch nur geben kann, hat die Sinnesphysiologie nicht zu er¬ 
örtern. Ihr ist es nur um das Prinzip, um die Ge set z- 
mäfsigkeit zu tun, nach denen die Lokalisation als Funktion 
unseres Sehorgans von der Geschwindigkeit des Fortbewegt¬ 
werdens abhängig ist. Wir dürfen uns daher nicht abhalten 
lassen, uns Rechenschaft darüber zu geben, welche Störungen 
unseres Lokalisationsvermögens bei praktisch vielleicht nicht vor¬ 
handenen oder gar nicht möglichen Geschwindigkeiten der Fort¬ 
bewegung auftreten würden. 
2. Scheinbares Zurückbleiben der mit dem Beobachter gleich¬ 
schnell bewegten Objekte. 
Auf den Parallelen 1 und 2 der Figur 1 sind einander genau 
gegenüber die beiden „Beobachter“ als gleichförmig und gleich¬ 
schnell bewegte Punkte gedacht. Die Pfeile bezeichnen die 
Richtung der Bewegung. Die Geschwindigkeit heifse v; sie ist 
    

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