Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über einen Fall von anomaler Funktionsweise des Stäbchenapparats
Person:
Kroh, Oswald
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit35944/4/
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Oswald Kroli. 
Gelb und Blau gesehen wurden, eine ziemliche Breite. Ging man 
vom Wendepunkt aus dem Gelb zu, so verblafsten die Blauflecken, 
wurden kleiner und verschwanden schliefslich. Ebenso äufserte 
sich das Zurücktreten des Gelb, sobald der Spalt dem kurz¬ 
welligen Ende zu verschoben wurde. Um ein Urteil über die 
Breite der Zone des gleichzeitigen Auftretens der beiden komple¬ 
mentären Farben zu erhalten, wurden die Stellen bestimmt, in 
denen Blau bzw. Gelb eben nicht mehr gesehen werden konnten. 
Unter denselben Bedingungen, unter denen als Wendepunkt der 
oben angegebene Wert von 495 pti gefunden worden war, konnte 
festgestellt werden, dafs bei 480 juju gerade kein Gelb und bei 
506 jaja gerade kein Blau mehr gesehen wurde. Die gesuchte 
Zonen breite betrug also etwa 20 w und erstreckte sich ziemlich 
gleich weit nach links und rechts vom Wendepunkte aus. 
3. Das langwellige Ende des Spektrums. 
Wurde ein mittel weit er Spalt des Spektralapparats von 506 fiß 
aus dem langwelligen Ende zu verschoben, so sah die Vp. nur 
Gelb, das ]'e nach Sättigungsgrad und Helligkeit ihr mehr oder 
weniger rein bzw. mit Weifs oder Schwarz verhüllt erschien. Rot 
sah sie im Spektralapparat nur dann, wenn es bei gröfserer 
Blendenweite in hoher Sättigung und starker Helligkeit dar¬ 
geboten wurde, d. h. bei sehr grofsen Spaltöffnungen (3 mm und 
mehr) im Bereiche des Gelbrot, unter Bedingungen also, wie sie 
sonst bei optischen Versuchen nur selten Anwendung finden, weil 
sie zu inhomogenes Licht liefern. Diesem Rot, das für ihn offen¬ 
sichtlich eine starke Gelbkomponente aufwies, sprach Herr E. im 
besonderen den Charakter des Leuchtenden zu. 
Rottöne geringer Helligkeit und Sättigung wurden im alb 
gemeinen Gelb genannt. Aber doch nur im allgemeinen. In 
vielen Fällen wurde nunmehr neben dem Gelb wieder Blau sicht¬ 
bar. Aber die Erscheinungsweise des Blau war diesmal eine ganz 
andere. Es erschien als „Schimmer“, der über das Gelb gelagert 
war. Damit war der Fall eines optischen Hintereinander komple¬ 
mentärer Farben gegeben, eine Erscheinung von der Art, wie 
sie ähnlich von D. Katz (Die Erscheinungsweisen der Farben, 
1911, S. 15) und neuerdings eingehend von H. Henning (Zeitschr. 
f. Psychol. 86, S. 144 ft.) beschrieben wurde. Der gekennzeichnete 
Fall trat bei Helladaptation dann ein, wenn die Helligkeit des 
Feldes für die Vp. stark herabgesetzt erschien und die Betrach-
        

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