Bauhaus-Universität Weimar

Julius Richard Ewald f. 
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aufgezählt werden. Aus dem Gebiete der Optik ist zu erwähnen 
eine Arbeit über postmortale Linsentrübung und ihre Aufhebung 
durch Erschütterungen (Pflügers Arch. 72, S. 1, 1898). Ferner 
eine Mitteilung über Stereoskopie und Pseudoskopie (Pflügers 
Arch. 115, S. 514, 1906). Ewald war ein Meister im Erfinden 
zweckmäfsiger Apparate und Methoden und leistete Hervor¬ 
ragendes im Erdenken anschaulicher Vorlesungs- und Praktikums¬ 
versuche. Davon legt ja auch sein „Strafsburger Physiologisches 
Praktikum“ (Leipzig 1914) Zeugnis ab, das von vielen Fachge¬ 
nossen in seiner Eigenart als pädagogisches Meisterstück ge¬ 
rühmt wird. Vieles ist unveröffentlicht geblieben. An sinnes¬ 
physiologisch Wichtigem wollen wir erwähnen den Zyklostaten 
(Nervus octavus S. 138), das Zykloskop (Zeitschr. f. biol. Techn. 
u. Meth. 1, S. 1, 1908), das Spiegelpseudoskop (Iflügers Arch. 115, 
S. 514, 1906), eine stereoskopische Doppelkamera (Pflügers Arch. 
44, S. 346, 1899), eine Vorrichtung zur Umkehrung des Aristo¬ 
telischen Erbsen Versuches (diese Zeitschr. 44, 106, 1909). 
Was die äufseren Ereignisse im Leben Ewalds anbetrifft, 
so sind deren, wie bei den meisten Gelehrten, nicht viele aufzu¬ 
zählen. Am 14. Februar 1855 in Berlin als Sohn eines nam¬ 
haften Malers geboren, studierte er in Heidelberg, Berlin, Leipzig 
und Strafsburg Medizin. Seit dem Herbst 1878 ist er der reichs¬ 
ländischen Universität treu geblieben. Nach erlangter Appro¬ 
bation wurde er zu Ostern 1880 Assistent bei Goltz, habilitierte 
sich 1883, wurde 1886 aufserordentlicher und 1900, als Nach¬ 
folger von Goltz, ordentlicher Professor der Physiologie. 1884 
verehelichte er sich mit der Tochter Bertina des berühmten 
Physiologen Schief, die ihm eine treue und verständnisvolle 
Mitarbeiterin wurde. Im Sommer 1916 wurde er durch eine 
schwere Erkrankung plötzlich aus der Arbeit gerissen. Die 
Kriegsfolgen brachten es mit sich, dafs der am Bodensee ver¬ 
geblich Genesung Suchende nur zu kurzem Besuche seine zweite 
Heimat wieder betreten durfte und teilweise der Verfügung über 
seine Habe beraubt wurde. 
Wie so viele Forscher arbeitete Ewald mehr um seinen 
Erkenntnistrieb zu befriedigen, als um durch Veröffentlichungen 
zu wirken. Viele seiner Ergebnisse sind deshalb unpubliziert 
geblieben und sind dann später von anderen von neuem ge¬ 
funden worden. So steht in einem alten Notizbuche, anscheinend 
auf Grund gelungener Vorversuche: „Ich gebe heute 20. April
        

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