Bauhaus-Universität Weimar

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Litera turbericht. 
Tendenz eigentümlich. Die holistische Tendenz äufsert sich in einem 
lustbetonten Streben nach Vollständigkeit, Ganzheit, Unversehrtheit, Wider- 
spruchslosigkeit und erreicht ihren Gipfelpunkt im Wissens- und Erkenntnifs- 
triebe, in der Wahrheitsliebe, in der Gründlichkeitsmaxime und im Cau- 
salitätsbedürfnisse. Eine oligistische Tendenz d. h. ein Streben nach Ver¬ 
einfachung, Uebersichtlichkeit, Zusammenfassung liegt in der Verall¬ 
gemeinerungsneigung der speculativen Philosophen aber auch in jeder 
anderen Systematisirungsarbeit (welche stets auf Zusammenstellung und 
Scheidung gerichtet ist). Einseitig entwickelt erscheinen die beiden Ten¬ 
denzen in den principiell descriptiven und principiell systematischen 
Wissenschaften. 
Der Artikel ist gewandt geschrieben und enthält beachtenswerthe 
Hinweise. Leider fehlt darin eine specielle Würdigung des wissenschaft¬ 
lichen Oekonomieprincips in den Fassungen von Mach und von Avenarius. 
Kreibiö (Wien). 
B. Hessler. Redreaming Dreams. Psychol. Review 8 (6), 606—609. 1901. 
Verf. berichtet zwei Fälle wiederholten Träumens, die durch einen 
Zeitraum von etwa 2 Jahren getrennt waren. In beiden Fällen befand er 
sich in einem fieberischen Zustand und unter dem Einflufs einer starken 
Dosis Salol. Im ersten Falle träumte er einen und denselben Traum etwa 
20 mal, dann einen anderen Traum 12 oder 15 mal, und dann einen dritten 
Traum 6 oder 8 mal. Nach jedem Traum wachte er auf; dieses wiederholte 
Aufwachen schreibt er dem krankhaften Zustande zu. Im zweiten Falle 
träumte er, dafs er ein neues Spiel erfunden hätte, mit dessen Veröffent¬ 
lichung er Hunderte von Dollars verdienen werde. Dieser Traum wieder¬ 
holte sich während der Nacht eine ganze Anzahl von Malen, und hinter- 
liefs jedesmal einen angenehmen Eindruck. 
Max Meyer (Columbia, Missouri). 
M. Brahn. Experimentelle Beiträge zur GefüMslehre. 1. Theil: Die Richtungen 
des Gefühls. Philos. Studien 18 (1), 127—187. 1901. 
Der Verf. stellt sich die Aufgabe, die Dichtigkeit der neuen Gefühls¬ 
lehre Wundt’s einer experimentellen Prüfung zu unterziehen. 
Im 1. Capitel — Die Entstehung des Problems der Ge¬ 
fühlsrichtungen — wird kurz der Nachweis geführt, dafs sich die 
Annahme von nur zwei Gefühlskategorien (Lust—Unlust) für die Behand¬ 
lung des subjectiven Inhaltes des Bewufstseins seit Kant und bei ihm 
selbst eigentlich nie als ausreichend erwiesen habe, ein Mangel, der sowohl 
bei der Beschreibung pathologischer Fälle, wie namentlich in der Lehre 
von den Affecten und vom Willen deutlich genug zu Tage trete, dafs aber 
erst Wundt, gestützt auf die physiologischen Veränderungen, die beim Ab¬ 
lauf der Gefühle auf treten, das Verständnifs dahin erweiterte, dafs er 
neben der bisher angenommenen Gefühlsrichtung Lust—Unlust, zwei 
weitere Dichtungen der Elementargefühle, die der Erregung—Beruhigung 
und der Spannung—Lösung erkannte. 
Im 2. Capitel — Die psychologischen Methoden der Unter¬ 
suchung — werden zunächst zwei Methoden empfohlen, die der \rerf. als
        

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