Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Lehre von den Tonempfindungen als physiologische Grundlage für die Theorie der Musik
Person:
Helmholtz, Hermann von
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit3483/533/
Septimenaccordè. 521 
Dabei ist auffallend, dass dieser letztere Accord genau dieselben 
Intervalle nur in umgekehrter Lage hat wie G — h — B — F, 
denn 
Dadurch, dass der consonaüte Theil des ersteren Accordes ein 
Mollaccörd ist, im zweiten dagegen ein Duraccord, fällt dererstere 
entschieden rauher aus als der letztere. 
Auch hier ist der Grund wieder in den Combinationstönen zu 
suchen, von denen die tiefliegenden der engeren Intervalle am 
deutlichsten sind. Dièse sind für 
G -h -D-F 
G G a 
und für 
F - F-_as C 
a des as 
Der erstere enthält unter den angegebenen Combinationstönen 
nur einen, der zum Accordé nicht passt, der zweite zwei. 
Die rauhesten sind die Septimenaccorde mit je zwei falschen 
Quinten, h — D — F— » und Ti — B — F— as, von denen 
der erstere aber wieder mittels einer kleinen Aenderung seiner 
Stimmung ziemlich weich gemacht werden kann. Wenn man 
nämlich angiebt h — B — / — A, so enthält der Accord lauter 
Töne des Gr-Klanges, und diese klingen ziemlich gut zu einander. 
Die Accorde des verwendeten Systems spielen nun eine wich¬ 
tige Rolle in modulatorischen Bewegungen, um die Tonart fort¬ 
dauernd genau zu bezeichnen. Am entschiedensten wirkt in die¬ 
ser Beziehung der Septimenaccord auf der Dominante der Tonart, 
also für die Tonicä C der Accord G — h — B — F, Wir sahen, 
dass der verminderte Dreiklang h — B — F durch kleine Aen- 
derungen der Intonation angepaàst werden kann den Tonarten 
C-Dur, C-Moll, «-Moll, /Îs-Moll und A's-Moll. 
Von diesen enthalten aber nur die beiden ersten noch den 
Ton G, so dass der Accord G — h — B — IP nur der Tonica C 
angehört. 
Der unreine Molldreiklang B — F — «, welcher bei genauer 
Intonation nur der O-Durleiter angehört, liess die Verwechselung
        

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