Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Lehre von den Tonempfindungen als physiologische Grundlage für die Theorie der Musik
Person:
Helmholtz, Hermann von
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit3483/230/
218 
Erste Abtheilung. Sechster Abschnitt. 
Differenz der 
Tonhöhe 
Intensität des 
Mitschwingens 
0,0 
100 
0,1 
74 
0,2 
41 
0,3 
24 
0,4 
15 
Halber Ton 
10 
0,6 
7,2 
0,7 
5,4 
0,8 
# 
0,9 
3,3 
Ganzer Ton 
2d 
Welche Theile im Ohre es nun sind, die bei den einzelnen 
Tönen mitsehwingen, lässt sich allerdings nicht mit Sicherheit 
nachweisen. Die Hörsteinchen, in einer schleimigen Flüssigkeit 
suspendirt, sind wohl kaum eigentlich regelmässiger Schwingungen 
fähig, sondern eher geeignet, einzelnen Stössen nachzugeben und 
diese auf die Nerven zu übertragen. Dasselbe gilt wohl noch, 
wenn auch in geringerem Grade von den Härchen in den Ampul¬ 
len, da Körperchen von so geringer Masse in ihrer Bewegung 
nicht lange beharren können. Nach ihrer ganzen Construction 
erscheinen vielmehr die auf der Schneckenscheidewand gelagerten 
Corti’schen Fasern am ehesten geeignet, selbständige Schwingun¬ 
gen auszuführen. Die Fähigkeit, lange Zeit ohne Unterstützung 
fortzuschwingen, brauchen wir ja auch nicht von ihnen zu verlan¬ 
gen. Es hat wohl eine wichtige Bedeutung für das Gehör, dass 
wir so verschiedenartige Endapparate an den Nerven finden. Ela¬ 
stische Gebilde mit starker Dämpfung werden durch kurz vorüber¬ 
gehende Stösse und Strömungen des Labyrinthwassers verhältniss- 
mässig stärker afficirt werden als durch musikalische Töne. Sie 
werden also namentlich der Wahrnehmung schnell vorübergehen¬ 
der unregelmässiger Erschütterungen, also der Empfindung der 
Geräusche dienen können. Dagegen werden schwächer gedämpfte 
elastische Körper durch einen musikalischen Ton von entsprechen¬ 
der Höhe viel stärker erregt werden, als von einzelnen Stössen. Unser
        

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