Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zweiter Theil: Chemie der Verdauungssäfte und der Verdauung
Person:
Maly, Richard
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit34/25/
Arbeiten von Musculus und den Neueren. 
25 
Dextrin mit Diastase behandelt werde, daraus noch 20—26.8 % Zucker 
erhalten würden, muss aber doch bezüglich der Stärke zugeben, dass 
sie nicht vollauf, sondern im Maximum nur bis zu 52.7% in Zucker 
umgewandelt werden könne. Als Diastase haben Paten & Musculus 
sowie die meisten Arbeiter darüber die Alkoholfällung eines Malz¬ 
aufgusses angewandt. Zu den Angaben von Payen stimmen nun 
die Ergebnisse einer Reihe von Chemikern, so namentlich die von 
A. Schwarzer 1 und von E. Schulze & Märker1 2, wonach das eine 
Resultat als feststehend erscheint, dass die Diastase nie die 
ganze Menge, sondern immer nur einen gewissen Theil 
der Stärke in Zucker verwandle; und zwar werden 48.9 — 53 % 
Zucker (als Traubenzucker berechnet) vom angewandten Stärkmehl 
erhalten, also etwa die Hälfte der theoretischen Menge, die 
entstehen müsste, wenn alles Stärkemehl in Traubenzucker verwan¬ 
delt würde. Die Zuckerbildung aus Stärke mittelst Diastase erfolgt 
gut bei 60°; von 65° ab findet Schwächung der Einwirkung statt. 
Den Ablauf des Processes erkennt man der Hauptsache nach am 
völligen Verschwinden der Jodreaction; bei länger dauernder Diastase- 
einwirkung wird nur mehr wenig Zucker gebildet, und dabei ist es 
ganz gleichgültig, wie gross die Diastasemengen zur angewandten 
Stärke sind, der gebildete Zucker überschreitet die angegebenen 
Zahlen nicht, auch nicht beim grössten Ueberschuss an Diastase. 
Nimmt man an, dass die Stärke in gleiche Moleküle Dextrin und 
Zucker zerfiele, so müssten 52.6 % Zucker gebildet werden, was zu 
den Versuchen von Paten, Schwarzer, Schulze & Märker gut stimmt, 
und der Process könnte durch folgende Gleichung versinnlicht werden : 
2 Cg //io % —f- ZG 0 = Lg Z/io % Gi Z/12 Oq 
Stärke Dextrin Zucker 
die, wenn sie auch den Process nicht endgültig richtig ausdrückt, 
doch den Factis Ausdruck gibt, dass nur eine gewisse Menge 
Zucker entsteht, und dass der andere Stärkeantheil zu einem Kohle¬ 
hydrat (Dextrin) wird, das nicht gährungsfähig ist, und durch Malz¬ 
ferment nicht mehr weiter verändert wird. Musculus & Gruber3 
haben neuestens durch 5 tägiges Einwirken von Diastase auf Kleister 
und Fällen mit Alkohol solches Dextrin dargestellt, das von Diastase 
nicht mehr weiter beeinflusst wurde. Darin liegt daher die Richtig¬ 
keit für die Spaltungstheorie bei der Einwirkung von Malzferment. 
1 A. Schwarzer, C’hem. Centralbl. ISTO. S. 295. 
2 E. Schulze & Marker, Ebenda 1S72. S. S23. 
3 Musculus & Gruber, Ztschr. f. physiol. Chemie II. S. 177.1S7S.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.