Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zweiter Theil: Chemie der Verdauungssäfte und der Verdauung
Person:
Maly, Richard
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit34/249/
Excremente ; Skatol und Excretin. Gase. 
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reich an krystallinischer phosphorsaurer Ammonmagnesia (bis zu 14 % des 
trockenen Kotlis) Simon1 2. Nach dem Gebrauch von Eisenpräparaten er¬ 
scheinen die Faeces schwärzlich von gebildetem Schwefeleisen, nach dem 
Gebrauche von Calomel grün, welche Färbung sowohl durch Beimischung 
des schwarzen Quecksilbersulftirs zum braunen Stuhl als auch durch Bili¬ 
verdin bedingt zu sein scheint (Lehmann 1. c., Gold. Bird 
Darmconcremente sind beim Menschen seltener, beim Pferde 
häufiger und oft mehrere Kilo schwer. Der Hauptbestandtheil der letz¬ 
teren ist Ammoniummagnesiumphosphat. In solchen von Menschen ist 
auch noch Calciumphosphat, Pflanzenzellstoff und Fett in grossem Pro¬ 
portionen gefunden worden. Einige Analysen sind zusammengestellt in 
Gorup-Besanez 3, andere neuere sind von Stark4, Kreüsler5 8, König0, 
Roster ". 
VI. Die Gase des Verdauungssclilauclies. 
Die im Verdauungscanal enthaltenen Gase setzen sich zusammen 
aus der verschluckten oder aspirirten Luft und den darin selbst durch 
Gährungsprocesse und Fäulniss erzeugten Gasen. Je weiter nach ab¬ 
wärts, um so mehr verschwindet der Sauerstoff und im Dünndarm 
ist sein Gehalt schon sehr gering, im Dickdarm fehlt er ganz. Ent¬ 
sprechend wächst der Gehalt an Kohlensäure und den brennbaren 
Gasen. Sumpfgas kommt nur in den Darmgasen des Menschen, nicht 
denen der Thiere vor. Im Darmcanal todtgebomer Kinder sind noch 
keine Gase enthalten. 
Unsere Kenntnisse über die Zusammensetzung der Darmgase be¬ 
schränken sich vorzüglich auf die von Planer s und die von Rüge 9 
angeführten Analysen L0, Ersterer hat Hunde mit einer bestimmten 
Nahrung gefüttert, sie getödtet, einzelne Darmabschnitte abgebunden 
und das enthaltene Gas über Quecksilber aufgefangen. Gleichzeitig 
wurden mit dem breiigen Inhalte der Darmstücke durch Stehenlassen 
am lauen Orte Gährungsversuche angestellt. Die Tabelle enthält die 
Ergebnisse. 
1 Simon, Canstatt’s Jahresber. d. Med. 1843.1. S. 132. 
2 Bird, Canstatt’s Jahresber. d. Pharm. 1845. S. 267. 
3 v. Gorup-Besanez, Physiol. Chemie S. 549. 
4 Stark, Jahresber. d. Thierchemie I. S. 206. 1871. 
5 Kreüsler, Ebenda Y. S. 175. 1875. 
6 König, Ebenda VIII. S. 230. 1878. 
7 Roster, Ebenda VIII. S. 254. 1878. 
8 Planer, Canstatt’s Jahresber. d. Pharm. 1860. II. S. 64. 
9 Rüge, Chem. Centralbl. 1S62. S. 347. 
10 Die älteren Angaben sind hier nicht berücksichtigt; sie sind zusammen¬ 
gestellt : Berzelius, Chemie S. 338 und Lehmann, Physiol. Chemie II. S. 105.
        

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