Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zweiter Theil: Chemie der Verdauungssäfte und der Verdauung
Person:
Maly, Richard
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit34/166/
166 Maly, Chemie der Verdauungssäfte u. Verdauung. 3. Cap. Galle. 
besonders gut in der frisch bereiteten, noch salpetrige Dämpfe ent¬ 
haltenden Lösung einen blassen Absorptionsstreifen zeigt, der zwi¬ 
schen b und F liegt und dass der Streifen y von Jaffé eben dieser 
Choletelinstreifen ist. In der neutralen alkoholischen Lösung ist nichts 
davon zu sehen, in dieser nimmt vielmehr nach den genauen Mes¬ 
sungen von Vierordt die Absorption vom Both zum Violett ohne 
Unterbrechung zu (eit. S. 157). So unbedeutend die erwähnte Spec¬ 
tral erscheinung des Choletelins ist, so hat sie doch zu Verwechs¬ 
lungen geführt, soferne Heynsius & Campbell, dann Stükvis1 dar¬ 
auf hin die Identität des Choletelins und Hydrobilirubins glaubten 
aussprechen zu müssen, was bei zwei auf geradezu entgegengesetzten 
Wegen erhaltenen Substanzen schon von vorneherein unwahrschein¬ 
lich war und dem Entdecker beider kaum entgangen sein könnte. 
Die Meinung, dass es sich in beiden Fällen um Spaltungsproducte 
handle, hat L. Liebermann'2 beseitigt, indem er zeigte, dass Bili¬ 
rubin circa 95 % Hydrobilirubin bei der Behandlung mit Wasserstoff 
und circa 72% Choletelin bei der Oxydation liefert. Durch Xa- 
Amalgam geht aber Choletelin in Hydrobilirubin über. 
Die Unterschiede zeisrt noch folgende Uebersicht. 
Aus Bilirubin 
Im Spectrum der alko¬ 
holischen Lösung 
Die saure Lösung 
Die alkalische Lösung 
Die ammoniakalische 
zinkhaltige Lösung 
Gibt mit einem Tropfen 
conc. Schwefelsäure 
und einem winzigen 
Körnchen Salpeter 
Il y d r o b i 1 i r u b i n 
durch Reduction 
Band Fq 3 F—F: das mit 
NH) verschwindet 
rothbraun — rosenrot! 1 
wird braungelb—gelb 
fluorescirt grün 
die bunte Marmorirung 
der GMELix’sclien 
Farben 
Choletelin 
durch Oxydation 
kein Band 
gelb 
bleibt gelb 
fluorescirt nicht 
nichts. 
Einwirkung von Brom. Die Halogene wirken lebhaft auf Bili¬ 
rubin ; Chlor erzeugt zu in Wasser suspendirtem Farbstoff geleitet, weiss¬ 
gelbliche Flocken, die nicht krystallisiren. Brom erzeugt eine Reihe 
merkwürdiger Veränderungen. Bringt man Bilirubin unter eine Glocke, 
die Bromdämpfe enthält, so werden diese absorbirt, das Bilirubin schmilzt 
zu einer dunklen glänzenden Masse zusammen, die sich nun nicht mehr 
in Chloroform, aber wohl in Weingeist, je nach der Einwirkung mit 
grüner, blauer oder violetter Farbe löst. Viel schöner lässt sich die Ein¬ 
wirkung so zeigen, dass man zu einer chloroformigen Bilirubinlösung eine 
gleichfalls chloroformige verdünnte Bromlösung allmählich hinzusetzt; die 
Flüssigkeit macht bei passend geregeltem Bromzusatz alle Farben der 
1 Stükvis, Jahresber. d. Tliiercliemie III. S. 200. 1S73. 
2 Liebermann. Ebenda V. S. 19S. 1S75.
        

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