Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zweiter Theil: Chemie der Verdauungssäfte und der Verdauung
Person:
Maly, Richard
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit34/152/
152 Malt, Chemie der Verdauungssäfte u. Verdauung. 3. Cap. Galle. 
wasserfrei, bildet seidenglänzende Nadeln, schmilzt bei etwa 137°1 
ohne Gewichtsverlust zu einem wieder krystallinisch erstarrenden farb¬ 
losen Oel und enthält 83.7—84.1% C und 11.8 — 12.1%//, woraus sich 
verschiedene Formeln von ziemlich gleicher Wahrscheinlichkeit be¬ 
rechnen lassen (s. Anm. 1 S. 150), von denen die am meisten mit den 
Derivaten übereinstimmende Formel CksHuO nach dem Vorschlag: von 
Gerhardt angenommen wird. Ausser den genannten Flüssigkeiten 
löst es sich in Essigäther, CS2, Holzgeist, Eisessig, Benzol, Toluol, 
Steinkohlenöl, Terpentinöl. In Wasser ist es unlöslich, ebenso in 
wässrigen verdünnten Säuren und Alkalien. Von Chloroform braucht 
es bei 20° C. 6.65 Theile zur Lösung, von absolutem Alkohol bei 
15° C. 16.5, bei 34.5° 4.9 Theile, bei Siedhitze wird es davon fast 
unbegrenzt aufgenommen. Verdünnter Alkohol löst auch in der 
Wärme wenig und nur Spuren in der Kälte. Wasser trübt die al¬ 
koholische Lösung. Von Aether sind zur Lösung 12 Theile bei 0°, 
3.7 bei 15° nöthig. Wichtig für das Vorkommen in thierischen 
Flüssigkeiten oder Elementarorganismen ist der Umstand, dass sich 
das in Wasser ganz unlösliche Cholesterin in Seifenlösungen, mit 
denen es Myelinformen erzeugt, ein wenig löst oder doch so fein darin 
zerquillt, dass es filtrirbare, etwas trtibliche Lösungen gibt; auch in 
wässrigen Lösungen von Gallensäuren und deren Salzen, namentlich 
in Taurocholsäure löst es sich auf, ebenso in Fetten und fetten Oelen 
und darin gelöst ist es vermuthlich im Gehirn und Eidotter enthalten. 
Die Lösungen des Cholesterins drehen links und zwar ist die spec. 
Drehung unabhängig von Lösungsmittel, Concentration, Temperatur 
und Dauer der Aufbewahrung = —32° (Hoppe - Seyler) ; für die 
Linie B 20.63°, für D 31.59°, für F 48.65° (Lindenmeyer [cit. S. 151]). 
Zur Auffindung des Cholesterins in Flüssigkeiten oder Geweben 
werden diese, da das Cholesterin frei vorkommt, mit Aether ausgezogen 
oder ausgeschüttelt, das Aetherextract mit Kali gekocht, in wenig Wasser 
das Ganze aufgenommen und wieder mit Aether geschüttelt, wobei nun 
nur Spuren von Seifen übergehen, die man durch eine dritte Behandlung 
mit alkoholfreiem Aether zurückhalten kann. Nur im Wollfett soll nach 
den Untersuchungen von E. Schulze 2 das Cholesterin als Ester der Säuren 
der Fettreihe und der Oelsäure zugleich neben Isocholesterin Vorkommen 
und zwar enthält der in Weingeist unlösliche Theil des Wollfetts die ge¬ 
nannten Ester, während in dem in Weingeist löslichen Theil freies Cho¬ 
lesterin und Isocholesterin sich linden. Das ausgeschüttelte Cholesterin 
ist schon an seinen schönen dünnen Tafeln und allenfalls an der Drehung 
zu erkennen, gibt aber noch eine Reihe von Farbenreactionen, die über 
seine Natur nie Zweifel lassen. 
1 Das entwässerte, trockene bei 145° (?). 
2 E. Schulze, Jahresber. d. Thierchemie III. S. 43. 1S73.
        

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