Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zweiter Theil: Chemie der Verdauungssäfte und der Verdauung
Person:
Maly, Richard
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit34/14/
14 Maly. Chemie der Yerdauungssäfte u. Verdauung. 1. Cap. Der Speichel. 
berechneten Rhodans in der schon angegebenen Weise. Was Berzelius, 
Frerichs, Jakubowitsch als Speichelstoff einsetzten, ist in der folgenden 
Tabelle als lösliche organische Substanz aufgeführt. Von einer quantita¬ 
tiven Bestimmung des Fermentes kann keine Rede sein; es tritt hierfür 
die relative Abschätzung der diastatisehen Wirkung ein, worüber später 
die Rede sein wird. 
Trotz der viscosen Beschaffenheit manchen Speichels beträgt sein 
Gehalt an festen Stoffen meist nur ^2% (0.43 bis 1.00). Eine kleine 
Menge davon ist vielleicht Fett, denn Lehmann konnte 6 — 9°/o vom festen 
Speichelrückstand mit Aether ausziehen. 
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Jacubo- 
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Menschen. 
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Vom 
Hund. 
m 
Wasser ...... 
992.9 
995.1 
994.1 
988.3 
994.7 
989.6 
Feste Stoffe .... 
7.1 
4.84 
5.9 
3.48—8.4 
im filtrirten 
Speichel 
1 1.7 
5.3 
10.3 
! Schleim und Epithelien 
1.4 
1.62 
2.13 
— 
— 
— 
— 
Lüsl. organische Materie 
3.8 
1.34 
1.42 
— 
— 
3.27 
3.58 ; 
i Rhodankalium . . 
— 
0.06 
0.10 
0.064—0.09 
— 
— 
— 
1 Anorganische Salze . 
1 
1.9 
1.82 
2.19 
— 
— 
1.03 
6.79 
Oehl (cit. S. 10) fand nach seiner colorimetrischen Methode im 
gemischten Speichel 0.00016 bis 0.0084 °/o Rhodankaliuni, Herapath 
(nach einer mir unbekannten Methode) im gemischten Speichel ver¬ 
schiedener Personen 0.008 bis 0.104% Rhodankalium (was jedenfalls 
viel zu hoch ist), und endlich Münk (cit. S. 10) nach seiner oben be¬ 
schriebenen Methode im Mittel von drei Bestimmungen 0.01 % Tliio- 
cyansäure oder 0.014 % Thiocyannatrium. 
Einige Bestimmungen liegen über die Asche des gemischten 
Speichels vor. Immer ist der grösste Theil der Asche in Wasser 
löslich, der kleine nichtlösliche besteht aus Erdphosphaten; Eisen 
fand Gmelin nicht, Enderlin gibt es an. Im löslichen Theil domi- 
niren die Chlormetalle; über das Vorherrschen von KCl siehe ver¬ 
lier S. 11. 
1 Berzelius, Chemie S. 219. _ 
2 Jacubowitsch, s. Bidder & Schmidt, Yerdauungssäfte S. 11. Zum Zwecke 
der SCN-Bestimmung wurde Speichel mit Phosphorsäure destillirt, das Destillat mit 
Ba{OH)% und Ba(NO3)2 gemischt, eingedampft, geglüht und der BaSCh gewogen. 
3 Frerichs, Verdauung III. S. 758. 
4 Lehmann, Physiol. Chemie II. S. 16, I. S. 420. 
5 Herter, s. Hoppe-Seyler, Verdauung S. 188. # ... 
6 Schmidt, s. Bidder & Schmidt, Verdauungssäfte S. 9. Bezieht sich aut liltrir- 
ten Speichel.
        

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