Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zweiter Theil: Chemie der Verdauungssäfte und der Verdauung
Person:
Maly, Richard
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit34/100/
100 Maly, Chemie der Yerdauungssäfte ii Verdauung. 2. Cap. Magensaft etc. 
die Verunreinigungen des künstlichen Pepsins, sondern auch Chloralkalien 
bis zu 50°/o des Präcipitats mitfielen. Thiry hat deshalb zu seinen Ana¬ 
lysen Neutralisationspräcipitat Tage lang mit Wasser gekocht, die Flüssig¬ 
keit mit ein wenig verdünnter Schwefelsäure versetzt, filtrirt, mit BaCOz 
digerirt, filtrirt und mit Alkohol eine Barytpeptonverbindung gefällt; diese 
wurde analvsirt. Möhlenfeld1 undKossEL2 haben mit aufgelösten Schweine¬ 
mägen verdaut; ihre Präparate waren weder von Verunreinigungen frei, 
noch unzersetzt. Adamkiewicz 3 hat nach der gewöhnlichen Methode, aber 
in grossen Quantitäten Pepton dargestellt. 
Wie sonst ist auch bei dem Versuch der Darstellung eines reinen 
Peptons die Reinheit der Materialien maassgebend ; es muss desshalb 
das Eiweiss oder Fibrin durch Behandlung mit Aether und Alcohol 
sowie mit verdünnter Säure erschöpft sein, und als Pepsinlösung darf 
nicht, wie das wohl bei etlichen der eben erwähnten Versuche ge- 
schehen ist, die Lösung eines ganzen verdauten Schweinemagens oder 
auch nicht rohes Pepsinglycerin angewandt werden, sondern es muss 
eine nach Brücke oder Krasilnikoff oder nach der combinirten 
Methode gereinigte Pepsinflüssigkeit benützt werden. Zur Entfernung 
der Asckebestandtkeile, namentlich der durch Neutralisation der Ver¬ 
dauungsflüssigkeit mit kohlensaurem Kali, Natron, Baryt, Kalk oder 
den entsprechenden Hydroxyden entstandenen Chloride habe ich1 
die Dialyse zu häufig gewechselten Wasser bei niedriger Temperatur 
empfohlen, und dabei gute Resultate erhalten. Man hat zwar vor 
längerer Zeit aufmerksam gemacht (Funke), dass zwischen den eigent¬ 
lichen Eiweisskörpern und dem Pepton der Unterschied bestehe, dass 
das letztere leichter Membranen passire als das Eiweiss, aber dieser 
Unterschied ist bei Abwesenheit von Säure nicht sehr gross (v. Wit- 
tich5 6), und gegen Salze zumal kehrt sich das Verhältniss um, gegen 
diese ist das Pepton relativ sehr schwer diffundirend. Hat man also 
durch Neutralisation mit CaCOz oder Na2 COs und Aufkochen die 
Eiweissreste entfernt , und bringt man nach einigem Einengen auf 
den Dialysator, so geht in den ersten 24 Stunden viel CaCh oder 
Na CI, aber nur wenig Pepton in die Aussenflüssigkeit über. Durch 
Einbringen von etwas HCl ins Innere der Zellefi, kann man dann auch 
solche Basis entfernen, die an Pepton selbst gebunden war, und so¬ 
bald im Aussenwasser die Chlorreaction höchst schwach geworden 
ist, so ist die Peptonlösung sehr aschearm und die allenfalls vorhan- 
1 Möhlenfeld, Jahresber. d. Thierchemie II. S. 17. 1872. 
2 Kossel, Ebenda VI. S. 34. IS76. 
3 Adamkiewicz, Natur und Nährwerth des Peptons. Berlin l s77. A. Hirsehwald. 
4 Maly. Jahresber. d. Thierchemie IV. S. 23. 1874. 
5 v. WiTTiCH, Ebenda II. S. 19. 1872. 
6 Dabei ist aber dann starker Peptonverlust zu gewärtigen, denn salzsaures 
Pepton diffundirt leichter.
        

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