Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber den Einfluß der Farbe auf die Größe der Zöllner'schen Täuschung
Person:
Benussi, Vittorio
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit33713/4/
Einflufs der Farbe auf die Größe der Zöllner'sehen Täuschung. 267 
auf einer dem oberen Rand der Scheibe entlang verschiebbaren 
Halbmillimetertheilung (m) lagert. Am oberen Rand je einer 
Scheibe ist der Punkt (p) angegeben, durch den die objectiv 
richtige Verlängerung der Hauptlinie geht. Die zwei Rollen (R 
und R\ Fig. 1) dienten zum Verschieben des Verlängerungs¬ 
fadens und zwar R\ wenn die Versuchsperson selbst den Ein¬ 
stellungsfaden verschob, R wenn dies ein Anderer besorgte. 
Eine Constanz der jeweiligen Farbennuance und Helligkeits- 
werthe, wenn eine und dieselbe Färbung sich bei mehreren 
Täuschungsfiguren, resp. bei einer ihrer Componenten wiederholte, 
war — wie leicht zu verstehen — nur „sehr“ annähernd zu er¬ 
reichen. Das Material an Täuschungsfiguren bestand aus 7 mono¬ 
chromatischen Figuren mit den Färbungen Roth, Gelb, Grün, 
Blau, Violett, Grau und Schwarz und die durch Combination 
dieser Färbungen als Transversalen- und Hauptlinienfärbung für 
bichromatische Figuren erhaltenen 42 bichromatischen Combi- 
nationen. Der Zeichnungsuntergrund dieser 49 Täuschungsfiguren 
war weifs. Ueberdies kam eine siebengliedrige Reihe von mono¬ 
chromatischen Figuren auf schwarzem Grund und eine ebenfalls 
siebengliedrige Reihe von achromatischen zwischen Schwarz und 
Weifs abgestuften Figuren auf schwarzem Grund zur Anwendung. 
Dafs unter den verwendeten Farben die violette vorkommt, 
könnte, wenn man an antagonistische Grundfarbenpaare denkt, 
zunächst befremden. Der Grund aber, weswegen diese Farbe 
auf genommen wurde, war der, dafs dieselbe für den Naiven eine 
ebensogute Sonderstellung einnimmt, wie etwa Roth oder Grün. 
Inwieweit sich die Berücksichtigung dieser Färbung von Be¬ 
deutung erwiesen hat, werden wir gelegentlich der dritten Haupt¬ 
reihe zu berühren haben. 
Der am oberen Ende der Hauptlinie einsetzende Verlängerungs¬ 
faden war 27 cm lang. Einer Verschiebung desselben um 1 mm 
vom Punkte der objectiven Verlängerung aus entsprach ein 
Winkel von 0° 12' 46". Wenn man nun bedenkt, dafs nach 
einiger Uebung eine Einstellungsdifferenz von 0,5 mm aus¬ 
nahmslos corrigirt wurde, wird man einerseits einen Einblick in 
die beinahe unglaubliche Unterscheidungsfähigkeit für Richtungs¬ 
verschiedenheit gewinnen ; andererseits die Zweckmäfsigkeit dieser 
Versuchsanordnung anerkennen müssen. Denn gesetzt, man hätte 
einen kürzeren Faden verwendet, so wären Ablenkungen von 
0 0 6' 20" unberücksichtigt geblieben, und die feineren Abhängig-
        

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