Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A. Tschermak: Ueber die spectrometrische Verwendung von Helium. Pflüger`s Archiv 88, S. 95-97. 1901
Person:
Dürr
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit33694/1/
Li ter a turberich t. 
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A. Tschermak. Ueber die spectrometriscbe Verwendung von Helium. F finger's 
Archiv 88, S. 95—97. 1901. 
Zur Wellenlängenaichung von Spectralapparaten schlägt Tschermak 
statt der bisher meist benützten Metallspeetra das Spectrum des Helium 
vor. Dieses, welches schon bei niederem Gasdruck zu erhalten sei, bestehe 
nur aus ganz scharfen Linien von ziemlich gleichmäfsiger Yertheilung über 
ade Spectral-Regionen. Das Glas wird in einem Plückerrohr mit Aluminium¬ 
elektroden eingeschlossen und durch einen kleinen Inductionsapparat zum 
Leuchten gebracht. Gefüllte Röhren sind bei F. O. R. GoETZE-Leipzig zu 
haben. Dürr (Leipzig). 
M. Sachs und J. Meller. Ueber die optische Orientirung bei Neigung des 
Kopfes gegen die Schulter. Gräfe’s Archiv für Ophthalmologie 52 (3), 
387—401. 1901. 
Eine kurze Literaturübersicht erweist es als zweckmäfsig, den Schwer¬ 
punkt einer Untersuchung der bei sehulterwärts gerichteten Kopf¬ 
bewegungen stattfindenden Orientirung nach Oben und Unten nicht in der 
Frage nach Existenz und Verlauf von Augenrollungen zu suchen, welche 
einen a priori als nothwendig vorausgesetzten Fehler der Richtungs¬ 
bestimmung compensiren sollen. Die Verf. legen vielmehr das Haupt¬ 
gewicht auf eine Eruirung der Orientirungsthatsachen selbst, besonders 
auf eine exacte Ermittelung der scheinbar Verticalen für die verschiedenen 
Grade von Kopfneigungen. Ihre Versuchsanordnung besteht aus einer in 
frontaler Ebene drehbaren Lichtlinie und einem Zahnbrettchen zur 
Fixirung des Kopfes, das um eine verticale, frontale und sagittale Axe sich 
verschieben läfst. So variiren sie theils bei bestimmter Kopflage die 
Neigung der Lichtlinie gegen die objectiv Verticale, bis sie vertical er¬ 
scheint, theils bei bestimmter (obj. verticaler) Lage der Lichtlinie die 
Neigung des Kopfes, bis ein auf einem schrägstehenden Netzhautmeridian 
erzeugtes Nachbild mit jener Linie zusammenzufallen scheint. Die Ver¬ 
suche finden theils im Dunkeln, wo nur die Lichtlinie auf Augenblicke 
sichtbar ist, theils im erleuchteten Raum statt. Bei letzteren Versuchen 
üben Erfahrungsmotive auf die Orientirung einen Einflufs aus, der bei 
ersteren hinwegfällt. Bei diesen constatiren die Verf. einen wesentlichen 
Unterschied der Richtung einer bei geringer (50° nicht überschreitender) 
und einer bei bedeutender Kopfneigung als vertical beurtheilten Linie. 
Jene weicht von der objectiv Verticalen in der Kopfneigung entgegen¬ 
gesetztem, diese in gleichem Sinne ab. Die Augenrollungen, die jedesmal 
in demselben Sinn sich vollziehen, verschulden oder vergröfsern also im 
einen Fall den Orientirungsfehler (den Schiefstand der scheinbar Ver¬ 
ticalen), im anderen Fall reichen sie nicht hin, ihn zu compensiren. Wenn 
die Verf. nun aber aufser den Augenrollungen noch zwei Factoren zur 
Erklärung der Erscheinungen heranziehen, eine sogenannte impulsive Um- 
werthung der bei aufrechtem Kopf vorhandenen Raumwerthe der Netz¬ 
hautpunkte und eine Ausdeutung des Netzhautbildes nach der in der Vor¬ 
stellung des verdrehten Kopfes gelegenen Unterscheidung von Oben und 
Unten, die besonders bei starken Kopfneigungen zu jener impulsiven Um- 
wTerthung hinzutreten und die Localisation im Sinn einer Uebercompen-
        

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