Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundzüge einer Farbentheorie
Person:
Oppolzer, Egon Ritter von
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit33690/20/
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Egon von Oppolzer. 
einem dritten Licht hinzugemischt wieder zwei gleich helle Lichter 
ergeben. Liegen also die beiden homogenen Lichter von der 
TV eilenlänge k und k' und den Intensitäten I und I vor, so ruft 
das erste die Helligkeit 
x — A log jl -f- 
das zweite die Helligkeit 
x = A log |l 4- 
hervor. Hem zweiten Licht wird allgemein auch eine andere 
Eigenlichtintensität a entsprechen. Dem zweiten Lichte ent¬ 
spricht gewifs eine ?5äc[ui\alente Intensität 1 des ersten Lichtes 
von der Wellenlänge Â; es wird nämlich bei der Intensität 1" 
das erste Licht dieselbe Helligkeit hervorrufen wie das zweite 
Licht bei der Intensität T ; also wird sein: 
A log (l + Ej = a log (l + Ej 
und daher: 
r = i. 
a 
Hach der obigen Voraussetzung kann ich nun bei der Mischung 
statt des Lichtes von der Wellenlänge k' ein dem ersten gleich¬ 
artiges von der Wellenlänge k und der Intensität I" supponiren. 
Jetzt kann ich aber die Regel für die Mischung gleichartiger 
Lichter anwenden und erhalte für die Heiligkeit des Mischlichtes 
Xm = A log t1 + 7 ) = Ä 1()g I1 + v + v)- 
Dies zeigt, dafs auch bei verschiedenartigem Lichte die Regel 
erhalten bleibt, dafs bei Elementar empfind ungen der 
Eeiz\\ erth des Mischlichtes gleich der Summe der 
Reizwerthe der Komponenten ist. Die Intensitäten 
heterogenen Lichtes gehen bei der Mischung nicht mit gleichem 
Gewichte ein, sondern mit einem Gewichte, das der entsprechen¬ 
den Eigenlichtintensität reciprok ist ; für grofse Intensitäten wird 
die Formel wieder einfacher, indem der Einser in der Klammer 
wegbleiben kann. 
Die Voraussetzung, dafs zu einem Lichte gleichhelle Lichter 
gemischt wieder ein gleichhelles Mischlicht geben, ist aber keine 
nothwendige. Ist z. B. die Empfindlichkeit A eine Function der
        

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