Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Guiseppe Bellel: Intorno alla capacità intellettuale di ragazzi e ragazze, che frequentano la 5a classe elementare. Rivista sperimentale di fren. 27, S 446-455. 1901
Person:
Aschaffenburg
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit33678/1/
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Litera turberich t. 
gebildete innere Selbstcontrolle verlangt. Anregungen ergeben sich dabei 
wieder in schwerer Menge. Ein Anhang führt in einem „experimentellen 
Gerüchte“ eine hübsche Bestätigung des Satzes „fama crescit eundo“ vor, 
und ein zweiter berichtet über Binet’s Versuche, betreffend die Beeinflussung 
von Kinderaussagen durch Fragen. 
Die analytischen Ausführungen halten sich in betreff ihrer Exactheit 
und Schärfe, sowohl bei der Begründung als auch der Verwerthung der 
Versuche durchwegs innerhalb jener bescheidenen Grenzen, die bei einer 
zunächst auf aufserfachliche Kreise berechneten Publication geboten er¬ 
scheint. Das thut aber ihrem Werthe keinen Eintrag; denn dieser liegt 
eben, wie bereits betont, anderswo. Es ist vielmehr zu wünschen, dafs die 
Fortführung und Erweiterung der Versuche, die der Verfasser betreibt, einen 
möglichst ungestörten und günstigen Fortgang nehmen möge. 
Witasek (Graz). 
Guiseppe Bellei. lntorno alla capacità intellettuale di ragazzi e ragazze, che 
frequentano la 5 a classe elementare. Bivista sperimentale di fren. 27, 
S. 446—455. 1901. 
Die EBBixGHAus’sche Combinationsmethode, die Ausfüllung freigelassener 
Silben und Worte in zusammenhängenden Erzählungen, hat sich für den 
zuerst beabsichtigten Zweck, ein Maafs der Ermüdung durch den Schul¬ 
unterricht zu geben, nicht bewährt. Dagegen konnte Bellei die Ansicht 
Ebbinghaus’ bestätigen, dafs sie einen Einblick in die geistige Leistungs¬ 
fähigkeit gewähre. Er untersuchte im Ganzen 340 Knaben und 140 Mädchen 
der 5. Elementarclasse im durchschnittlichen Alter von 11 Jahren und 
10 Monaten. Jede Classe theilte er nach den Angaben der Lehrer in eine 
bessere und schlechtere Abtheilung. Vach 10 Minuten wurden die Auf¬ 
gaben eingesammelt, denen in einem Theile der Versuche eine kurze 
Wiedergabe des wesentlichsten Inhaltes der Erzählung vorausgeschickt 
wurde. Dabei zeigten sich nun nicht nur deutliche Unterschiede zwischen 
den besseren und schlechteren Schülern, sondern vor Allem eine erhebliche 
bessere Leistung der Schülerinnen, die durchweg richtiger arbeiteten. 
Ebbinghaus hatte bekanntlich gefunden, dafs die Knaben die Aufgabe 
besser lösen als die Mädchen, je jünger sie sind, dafs aber vom 15. Jahr 
etwa die Menge des Geleisteten bei Beiden gleich wird, die Qualität der 
Arbeit aber bei den Mädchen besser wird. Vor dem naheliegenden Schlüsse 
einer gröfseren Frühreife bei den Italienern hat sich der Verf. gehütet. 
Aschaffenburg (Halle). 
Sokolow. L’individuation colorée. Bev. philos. 51 (1), 36—46. 1901. 
Verf. berichtet über ein eigenartiges Phänomen, welches bisher noch 
wenig studirt ist. Es handelt sich um Personen, namentlich Damen, bei 
denen die Vorstellung von abstracten und complicirten Dingen wie z. B. 
von menschlichen Persönlichkeiten, Charakteren, intellectuellen und 
moralischen Eigenschaften mit Farbenvorstellungen eng verknüpft ist. 
Verf. erwähnt eine Dame, bei welcher ein Mann von Geist, Talent 
und Würde die Vorstellung einer blauen mit rothem Purpur eingerahmten 
Wolke erweckt, ein intelligenter Mann, der seinen Principien nicht treu
        

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