Bauhaus-Universität Weimar

Uber die Tätigkeit des Hörorgcins bei den Vögeln. 
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Erörterung der akustischen Tätigkeit der Organe des Vorhofes, 
und zwar beim Menschen, die Erörterung der hierher gehörigen 
Fragen behalte ich indes einer weiteren Arbeit vor. 
Die akustische Funktion der Vorhofsorgane ist bei Säugern, 
Vögeln experimentell erwiesen worden durch Ewald, Bernstein, 
Matte u. a. — Hensen, Denker haben ihre Bedenken geäufsert, 
ob die kleine Vogelschnecke imstande sei, das sehr umfangreiche 
Tongehör dieser Klasse zu erklären. Ebenso liegt der Fall bei 
den Unken, die sehr melodische, fernem Glockenläuten ähnliche 
Töne und zwar, wie ich mich selbst öfter überzeugt habe, i n 
verschiedenen Höhenlagen hervorbringen. Zur Erzeugung 
solcher Töne ist, als Kon troll apparat für die Tätigkeit der 
notwendigen Muskeln, die genaue Aufnahme der Töne im Gehirn, 
ihre Wahrnehmung erforderlich. Die winzige Schnecke dürfte 
für diese Tätigkeit schwerlich genügen, die einen nicht unbe¬ 
trächtlichen Teil der Skala zu umfassen hätte. 
Die akustische Erregung der Vogelschnecke und der Maculae 
zeigt weitreichende Übereinstimmung. Der Typ der Vogelschnecke 
ist ein Mittelglied zwischen der Säugetierschnecke und den Maculae. 
In dem Erregungsmechanismus der Vogelschnecke finden sich 
Momente, die auch für die Säugerschnecke Geltung haben. 
Ich fasse das Endergebnis hinsichtlich der Erregungsart der 
Schnecke und der Maculae vestibuli und Lagenae durch Schall 
zusammen, wie folgt: 
Die direkte Ursache zur Reizung aller der genannten Organe 
ist zu suchen in Umgestaltung und Verschiebung der Deckhaut 
während der -f-I Phasen, wodurch die Hörzellen mittels der von 
ihnen ausgehenden Borsten — unter jeweils bestimmten Be¬ 
dingungen — gereizt werden. 
Die Deckhautumgestaltung wird veranlafst durch Differenzen 
zwischen dem auf der Deckhaut und seitlich von ihr lastenden 
Drucke. 
Im einzelnen Schneckenquerschnitt werden Druckdifferenzen 
erzeugt durch Biegung der Grundhaut. 
Jeder Schneckenquerschnitt dient zur Wahrnehmung von 
Tönen verschiedener Höhe ; andererseits vertieft sich im gleichen 
Papillenbezirk die Tonempfindung vom Vorhofe nach der Lagena zu. 
Die Schnecke dient zur Wahrnehmung hoher und mittlerer, 
die Macula lagenae zu der tiefer Töne.
        

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