Bauhaus-Universität Weimar

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Über die Tätigkeit des Hörorgans bei den Vögeln. 
Von 
Generaloberarzt a. D. Dr. 0. Goebel. 
Hirschberg (Schlesien). 
Nachdem ich in meiner im Archiv für Ohrenheilkunde 87—90, 
• • 
veröffentlichten Arbeit: „Uber die Tätigkeit des menschlichen Hör¬ 
organs“ die Beweglichkeitsverhältnisse an der Schneckenzwischen¬ 
wand frischer menschlicher Schnecken geprüft und Schlüsse aus 
den Ergebnissen gezogen hatte über die Art, wie die menschliche 
Schnecke Töne aufnimmt, differenziert: wollte ich ähnliches ver¬ 
suchen bei der Schnecke der Vögel. Diese Aufgabe erschien um 
so interessanter, als der Bau der Vogelschnecke sehr wesentlich 
abweicht von dem der Säugetierschnecke, dafür auffällige Ähn¬ 
lichkeit zeigt mit den Maculae acusticae. Sodann gab die Tat¬ 
sache, dafs auf dem Nervenschenkel des Knorpelrahmens offenbar 
funktionstüchtige, nicht in Rückbildung begriffene Hörzellen 
sitzen, der Vermutung Raum : das Reizung der Hörzellen herbei¬ 
führende Moment könne hier nicht, wenigstens nicht unmittel¬ 
bar in Schwingungen der Basilarmembran gesucht 
werden. 
Naturgemäfs prüfte ich die Frage der Schallzuführung durch 
den Leitungsapparat mit. Wenn ich dies bei dem Haushuhn 
getan habe, — ebenso wie ich die Beweglichkeit der Basilar¬ 
membran bei diesem Tier geprüft habe, — wenn ich bezüglich 
Anatomie und Histologie der Schnecke dagegen vorwiegend auf 
die RETziussche Schilderung dieser Dinge bei der Taube 1 zurück¬ 
greife, so ist dies Moment wohl von nebensächlicher Bedeutung, 
da nach dem übereinstimmenden Urteil einer Reihe von For- 
1 Retziüs, Das Gehörorgan der Wirbeltiere.
        

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