Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Reflexerregbarkeit des Ohrlabyrinthes am menschlichen Neugeborenen
Person:
Alexander, G.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit33585/43/
Die Deflexerregbarkeit d. Ohrlabyrinthes am menschlichen Neugeborenen. 195 
und lang dauernd (nach 10 R L-Drehungen 20—30 Sek.). Auch 
öffnete das Kind stets die Augen während der Drehungen. 
Im Fall 4 erfolgte maximale Bulbuswanderung. Der aus¬ 
lösbare Nystagmus war rotatorisch und dauerte nach 10 R L- 
Drehungen 15—18 Sek. 
Im Fall 6, 7, 8 und 14 ist am Tage der Untersuchung Exitus 
letalis eingetreten. Diese 4 Frühgeburten wurden bis zu ihrem 
Exitus beobachtet. Das Resultat der mikroskopischen Unter¬ 
suchung des Gehirns und der Gehörorgane dieser Fälle wird 
mitgeteilt werden. 
Im Fall 8 wurden mehrere Untersuchungen, darunter eine 
mit besonders raschen Umdrehungen (1 Drehung von 1/4 Sekunde 
mittlerer Geschwindigkeit) vorgenommen. Die Vermehrung der 
Geschwindigkeit bzw. der Winkelbeschleunigung hatte keinen 
Einflufs auf das Versuchsresultat. 
Im Fall 9 blieb nach 20 R - Drehungen der Bulbus nach 
Hemmung der Drehbewegung in maximaler Rechtsstellung, aus 
der er erst langsam im Verlaufe von 15 Sek. zurückkehrte. Nach 
analoger Linksdrehung blieb der Bulbus längere Zeit in maximaler 
Linksstellung. 
Im Fall 10 blieb der Bulbus am 1. Prüfungstage (8 Stunden 
p. p.) nach Linksdrehung in linker Seitenstellung, nach Rechts¬ 
drehung in rechter Seitenstellung. Am 2. Prüfungstage wurde 
durch Drehung nach links nach Hemmung der Drehbewegung 
eine Bulbuswanderung nach rechts ausgelöst. Durch 10 Drehungen 
nach rechts dagegen ein nach rechts gerichteter grobschlägiger 
Nystagmus. Diese irreguläre Reaktion blieb vom 25. November 
bis 28. November, d. h. vom 2.—4. Lebenstage bestehen, am 
5. Lebenstage war bereits eine normale Reaktion vorhanden. 
Im Fall 11 war die Seitenwendung des Bulbus stets maximal, 
besonders vom 3. Lebenstage an, der Bulbus blieb nach 10 Um¬ 
drehungen etwa durch 17 Sek. in maximaler Seitenstellung, aus 
welcher er nur langsam zurückkehrte. 
Die jüngste von mir untersuchte Frucht war eine Früh¬ 
geburt von 5 Monaten. An ihr war weder Nystagmus, noch 
Bulbuswendung auslösbar. Es ergab sich nur eine Kopfdrehung 
während der Drehung nach der Drehrichtung. Durch Reizver¬ 
stärkung bis auf 30 RL konnte an dem Versuchsresultate nichts 
geändert werden. Ich fasse die Kopfdrehung in diesem Falle 
als rein physikalische Kopfbewegung auf. Der Kopf lag frei
        

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