Bauhaus-Universität Weimar

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Über die Projektion. 
Von 
Prof. Giuseppe Ovio, 
Direktor der königl. Augenklinik zu Modena. 
(Mit einer Figur im Text.) 
Im Artikel „Sehen“ in Wagners Handwörterbuch über 
die Bilderprojektion, drückt sich Volkmann so aus: „Die Lehre 
von der Richtung des Sehens bietet noch immer das Schauspiel 
grofser Verwirrung.“1 In der Tat sollte sich nach Le-Cat, 
Valentin und anderen die Projektion nach der Richtung der 
Einfallsstrahlen selbst vollziehen ; nach Porterfield , Bertels 
und sogar Giraud-Teulon längs einer Linie, die vom getroffenen 
Punkte der Netzhaut durch das Zentrum des Auges geht. Nach 
anderen sollte es längs der sich kreuzenden oder nicht kreuzenden 
Linien im Inneren des Auges geschehen. Müller selbst scheint 
sich dieser letzteren Meinung anzuschliefsen.2 
Nach vielfältigen Studien ist nunmehr allgemein anerkannt, 
dafs diese Projektion längs der Richtungslinie stattfindet, die 
vom getroffenen Punkte der Netzhaut zum Objekte geht, während 
sie durch den Knotenpunkt verläuft. 
Die Beobachtungen zeigen, dafs die Bildprojektion im all¬ 
gemeinen wirklich in dieser Weise stattfindet, sie zeigen aber 
auch, dafs dies nicht immer der Fall ist, und dafs die Projektion 
nicht immer richtig ist, auch wenn sie derart vor sich geht. 
Die sogenannten Erscheinungen von falscher Projektion 
sind allgemein bekannt. Dieselben treten immer in den Fällen 
von Störung des äufseren Bewegungsapparates des Auges auf. 
Diese Störungen rühren daher, dafs sie uns völlig unbewufst 
sind, und dafs wir nur nach der Nervenanstrengung urteilen, 
1 Volkmann in Wagners Handwörterbuch III, S. 320. 1826. 
2 J. Müller, Manuel de Physiologie. T. II. S. 350. Paris 1825.
        

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