Bauhaus-Universität Weimar

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Martin Ohmann. 
Bo, P4 usw. Die sekundären Bilder erschienen dann bzw. in den 
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Punkten 0, 0l5 C2, C3, C4 usw. Durch Messungen ergab sich, 
dafs die Strecken a, fr, c, ungefähr halb so grofs waren wie die 
Strecken a, ß, y, ö. Durch Messung der Strecken PP, LB1^ LB2, 
PP3, LB± einerseits und PC, P, G,, P.2C2, P.,C3, P4C4 andererseits 
nrgab sich ferner, dafs Winkel y = Winkel ' (in der Figur 
versehentlich als S und S' bezeichnet) ist. 
2. Ich näherte mich, indem ich den Punkt B scharf im Auge 
behielt, dem schwarzen Schirm. Es zeigte sich deutlich, dafs die 
Entfernung der sekundären Bilder voneinander kleiner wurde. — 
Aus den Versuchen geht hervor, dafs das sekundäre Bild 
genau da erscheint, wo es nach dem Reflexionsgesetz zu erwarten 
ist. Dies brachte mich auf den Gedanken, dafs auf der glänzen¬ 
den, gut reflektierenden Cornea des Auges (D) eine gewisse Menge 
Licht reflektiert wird, während der bei weitem gröfste Teil des 
Lichtes direkt in das Innere des Auges dringt. 
Die Lichtwellen der reflektierten lichtschwachen Strahlen 
pflanzen sich ihrerseits in das Innere des Auges fort und lösen 
die Empfindung des sekundären Lichtreizes auf der Retina aus. 
Das Licht wird natürlich von allen direkt beleuchteten Teilen 
der Cornea reflektiert. Zur Retina dringt nur das Licht, welches 
vor der Mitte der Pupille, d. i. vor der Eingangsöffnung, die die 
Iris frei läfst, reflektiert wird. Die Achse, die man durch die Fovea 
centralis und den Mittelpunkt der Iris legen kann, stellt das Einfalls¬ 
lot dar. So erklärt sich plausibel die Abhängigkeit des Ortes, an 
dem das sekundäre Bild erscheint, von der Stellung des Augapfels. 
Seit sich mein Auge für diese Erscheinung geschärft hat, 
begegnet mir diese auf Schritt und Tritt. Wenn ich z. B. der 
untergehenden Sonne entgegen auf einen dunkeln Wald blicke, 
so erscheinen unter dem entsprechenden Winkel nach unten die 
Doppelbilder der Sonne. In Zimmern, welche durch eine 
über Augenhöhe angebrachte Lichtquelle (z. B. elektrisches 
Licht oder Gasglühlicht) erleuchtet sind, treten ohne meinen 
Willen die sekundären Lichtempfindungen auf. Selbstverständlich 
hat man vermittels des sekundären Bildes nicht ein den Umrissen 
nach getreues Abbild des Objektes (da ja die Linse nicht zu gleicher 
Zeit auf verschiedene Punkte der Retina scharf eingestellt sein 
kann), sondern man hat die Empfindung, als sei unterhalb der 
wirklichen Lichtquelle eine schwach leuchtende Kreisfläche. 
(Eingegangen am 7. Juli 1908.)
        

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