Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über ein für das physiologische Praktikum geeignetes Verfahren zur Mischung reiner Lichter
Person:
Kries, J. von
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit33522/2/
* • 
Uber ein für das physiologische Praktikum geeignetes Verfahren usw. 59 
meinen Wünschen und den Einrichtungen meines Instituts ent¬ 
sprechendsten gekommen bin. Dagegen ist bis jetzt, soweit ich 
bemerkt habe, niemals etwas über die Behandlung der ent¬ 
sprechenden Aufgaben im physiologischen Praktikum 
mitgeteilt worden. Vielmehr ist in den bekannten Praktikums¬ 
anleitungen (Heermann, Verworn, Fuchs u. a.) die genannte 
Aufgabe gar nicht berücksichtigt. Dies hat wohl seinen Grund 
vornehmlich darin, dafs es tatsächlich weit schwieriger ist, den 
betr. Vorrichtungen eine solche Gestalt zu geben, dafs sie vom 
Studenten (und zwar, was man doch wünschen mufs, vom Durch¬ 
schnittsstudenten) hinreichend leicht verstanden und auch technisch 
behandelt werden können. Namentlich w7ird ja dabei wünschens¬ 
wert sein, dafs der Student zur Lösung bestimmter Übungsauf¬ 
gaben veranlafst werden und somit sein Verständnis an der 
praktischen Handhabung der Methode bewährt werden kann. 
Diese Forderung hat sich mir und ähnlich wohl auch vielen 
Fachkollegen besonders fühlbar gemacht, nachdem durch die 
neue Prüfungsordnung die Notwendigkeit gegeben War, an Stelle 
eines mehr demonstrativ behandelten Kurses ein richtiges 
Praktikum zu setzen, das den Teilnehmern zu selbständigem 
Arbeiten Gelegenheit gibt. Ich habe sie um so mehr empfunden 
als (auch hierin wird mir die Mehrzahl der Fachkollegen zu¬ 
stimmen) die Farbenmischungsversuche mit dem Kreisel, obwohl 
sie als ein Ausgangspunkt recht nützlich sind, doch in ver¬ 
schiedenen Beziehungen sehr zu wünschen übrig lassen. 
Es versteht sich, dafs den hier zu stellenden Anforderungen 
Apparate von verwickelter Konstruktion, selbst wenn sie relativ 
einfach zu handhaben sind, nur mangelhaft genügen. So habe 
ich eine Zeitlang eine Anzahl von Einstellungen am Helmholtz- 
schen Färbenmischapparat machen lassen, aber dabei wie zu 
erwarten die Erfahrung gemacht, dafs, wenn auch die verlangten 
Einstellungen glatt ausgeführt wurden, Einrichtung und Wirkungs¬ 
weise des Instrumentes und somit auch die Bedeutung der Ein¬ 
stellungen und etwaiger Abweichungen von der Norm trotz 
vieler auf die Erläuterung verwandter Zeit nur von einem Bruch¬ 
teil der Beteiligten ganz verstanden wurde. Aus den angegebenen 
Gründen habe ich schon seit einer Reihe von Jahren dahin 
gestrebt, ein Verfahren für die Mischung reiner Lichter herzu¬ 
stellen, das für die Benutzung im physiologischen Praktikum 
geeignet sein sollte; und nachdem es mir gelungen ist, hier zu
        

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