Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Simon: Expériences de copie. Essai d'application à l'examen des enfants arriérés. Année psychol. 7, S. 490-518. 1901
Person:
Stern, W.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit33480/1/
Literaturbericht. 
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logischen Functionen beim Kinde durch die Arbeit des Verf.’s wesentlich 
über den Punkt hinausgeführt worden sei, der durch die Werke von Preyer, 
Kussmaul und Sülly bezeichnet ist. Doch erhebt sich die frischgeschriebene 
Abhandlung dort, wo von der träumerisch-spielerischen Gedankenabfolge 
und von den typischen Fehlerhaftigkeiten des kindlichen Schliefsens die 
Bede ist (z. B. 73 f., 115), zu einer gewissen Originalität. 
Kreibig (Wien). 
Simon. Expériences de copie. Essai d’application i l’examen des enfants arriérés. 
Année psychol. 7, S. 490—518. 1901. 
S. stellte an geistig zurückgebliebenen Kindern eine Intelligenzprüfung 
an, welche Binet früher bei normalen vorgenommen hatte (s. diese Zeit¬ 
schrift 27, S. 123). Die Methode besteht darin, dafs den Kindern eine Vor¬ 
lage zum Abschreiben gegeben wird; es wird dann gezählt, in wieviel 
einzelne Copiracte sie die Arbeit zerlegen, d. h. einen wie grofsen Complex 
von Eindrücken sie auf einmal aufzufassen und abzuschreiben im Stande 
sind. Die Vorlagen waren: eine Reihe von 50 Ziffern, ein leicht und ein 
schwer verständlicher Satz. Es gelang, jedesmal die Kinder nach dem 
durchschnittlichen Umfang ihrer Copiracte in eine Rangordnung zu bringen. 
Verglich man die Resultate mit denen von Normalkindern, so zeigte sich, 
dafs bei den Zifferncopien die gemeinschaftliche Rangordnung gesunde und 
kranke Kinder durch einander mischte, dafs dagegen bei den Sätzen die 
kranken Kinder weit zurückstanden. S. sieht namentlich in der Copie von 
Sätzen ein geeignetes Mittel, auf einfache Weise einen Index für die 
geistige Leistungsfähigkeit der kranken Kinder zu finden. 
W. Stern (Breslau). 
P. Jessen. Die Erziehung zur bildenden Kunst. Zeitschr. f. päd. Psychol., 
Pathol, u. Hygiene 4 (1), 1—10. 1902. 
O. Körte. Gedanken und Erfahrungen fiber musikalische Erziehung. Ebenda 
S. 11-38. 
Es ist erfreulich zu beobachten, mit welcher Geschwindigkeit die 
modernen kunstpädagogischen Bestrebungen an Boden gewinnen, die der 
Pflege der ästhetischen Cultur im Erziehungsplan Anerkennung und Spiel¬ 
raum verschaffen wollen. Dafs bei diesen Bestrebungen auch die Psycho¬ 
logie, insbesondere die Kinderpsychologie wird mitsprechen müssen, ist 
aufser Frage; es ist daher zu begrüfsen, dafs mit obigen zwei Vorträgen 
zwei Praktiker dem Berliner Verein für Kinderpsychologie ihre Absichten 
und Erfahrungen vorführten, die sich bei Jessen auf die optisch - ästhetische 
Erziehung in der Schule, bei Körte auf die musikalische Erziehung im 
Hause beziehen. Aus beiden Vorträgen, deren speciellerer Inhalt nicht 
gut auszugsweise wiedergegeben werden kann, erheben sich so manche 
Fragen, bei deren Beantwortung die Psychologie lehrend und lernend An- 
theil nehmen kann. W. Stern (Breslau). 
Bastian. Der Menschheitsgedanke durch Raum und Zeit. Ein Beitrag zur 
Anthropologie und Ethnologie in der „Lehre vom Menschen411 u. II. Berlin, 
Dümmler. 246 u. 257 S. 1901. 
In welcher Weise und über welche Gegenstände der Mensch nach¬ 
gedacht hat im Laufe der Zeiten, beeinflufst durch die Oertlichkeit, in der 
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