Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
William Wade: The Deaf-Blind. Indianapolis (Indiana). Heckers Brthrs. 1901. 80 S.
Person:
Heidsiek
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit33450/1/
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Litera turbericht. 
Der Verdacht eines krankhaften Zustandes ist nach dem Verf. dann 
gerechtfertigt, wenn ein auffallendes Sinken der intellectuellen und morali¬ 
schen Fähigkeiten eintritt, im Gegensatz zu einem früheren normalen Zu¬ 
stande , besonders in Fällen erblicher Belastung. Dieses Kennzeichen 
scheint allerdings sehr allgemein, läfst sich aber schwerlich genauer 
formuliren. 
Sodann wird auf den Ursprung der abnormen Erscheinungen auf¬ 
merksam gemacht. Sie können erworben sein. Dabei spielen die Nerven 
angreifende Krankheiten, Alkohol, Ueberanstrengung eine Rolle. Sie 
können ererbt sein, auch hierbei wird, neben sonstiger krankhafter Be¬ 
lastung, auf die Wirkung des Alkohols und der Syphilis hingewiesen. 
Als wichtige Epochen für den Eintritt gilt schon im Säughngsalter 
die Zeit des Zahnens, später der Eintritt in die Schule, endlich die Pubertät 
Endlich wird für die Einrichtung besonderer Erziehungsanstalten für 
Minderwerthige plaidirt und die Mitarbeit aller an der Erziehung der 
Jugend betheiligter Kreise an dem Studium der abnormen Kindesseele ge 
fordert. 
Der Vortrag sollte im Wesentlichen eine Anregung zu diesem Studium 
sein, und diesen Zweck erfüllt er zweifellos. 
Weibs (Grofs-Lichterfelde). 
William Wade. The Deaf-Blind. Indianapolis (Indiana). Hecker Brthrs. 1901.80S. 
Verf. berichtet in Wort und Bild über 72 Taubblinde in den Ver¬ 
einigten Staaten und Canada, von denen noch 60 am Leben sind und sich 
einer pädagogischen Behandlung erfreuen. Mr. Wade schildert die Untere 
richtsmethoden, welche bis jetzt bei den hier in Rede stehenden Drei¬ 
sinnigen zur Anwendung gebracht wurden und discutirt die Frage, ob 
Unglückliche dieser Art besser in Taubstummen- oder Blindeninstituten, 
ob sie vorteilhafter von männlichen oder weiblichen Personen unterrichtet 
und erzogen werden. Wir können diesen Fragen um so weniger Bedeutung 
beimessen, als das Zusammentreffen von Taubheit und Blindheit immerhin 
zu den Seltenheiten gehört und der Unterricht dieser unglücklichen Per¬ 
sonen, wenn er nur einigen Erfolg verbürgen soll, stets Einzelunterricht 
sein wird, so dafs das einzelne Kind stets eine volle Lehrkraft erfordert 
Außerdem sind die in den letzten Jahren veröffentlichten Berichte über 
Unterrichtserfolge bei Taubblinden mit gröfster Vorsicht aufzunehmen. 
Wo die Fenster und Thüren zum menschlichen Geiste verschlossen sind, 
da wird die pädagogische Kunst in den meisten Fällen sich ohnmächtig 
erweisen. Krüppelheime und Versorgungsanstalten dürften die geeignetsten 
Zufluchtsorte für Taubblinde bleiben. Heidsiek (Breslau).
        

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