Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Treutler: Einige Bemerkungen zu den schematischen Augen. Klinische Monatsblätter für Augenheilkunde 40, 1. März 1902
Person:
Crzellitzer, Arthur
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit33445/2/
Literaturbericht. 
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fraction des schematischen Hornhautsystems derart sein, dafs der Ort des 
hinteren Brennpunktes eine Axenlänge bedeutet, der (im Vollauge) gerade 
67 mm als Objectweite conjugirt ist. 
Diese drei Bedingungen werden von keinem der drei schematischen 
Augen alle erfüllt. Zunächst sind bei allen die Werte für den Hornhaut- 
radius höher als der Durchschnitt der SuLZEB’schen Statistik. Durch Ein¬ 
setzen dieses Werth es ((*0 = 7,7003 mm), sowie durch Abänderung des 
Linsenindex und der Axenlänge gelangt Verf. zur Aufstellung mehrerer 
„modificirter schematischer Augen“, von denen er eine Combination 
Tscherning-Stadfeldt (letzterem die Linsenconstanten entnommen) als die 
passendste empfiehlt. 
Referent mufs den Werth derartiger, auf ungenügendem klinischen 
Material aufgebauter Argumentationen mit einem Fragezeichen versehen. 
Jedem Praktiker sind die starken physiologischen Schwankungen der Horn¬ 
hautkrümmung und der Vorderkammertiefe (— Linsenort) bekannt; beide 
Werthe sind aber von wesentlichem Einflüsse auf die übrigen optischen 
Constanten. Will man also aus den Resultaten der Praxis, wie es Treutler 
n. A. versuchen, Schlüsse auf den schematischen Bau des Auges ziehen, so 
müssen diese beiden Factoren berücksichtigt werden; d. h. man soll nur 
solche Augen, deren Hornhautkrümmung und Linsenort man kennt, zu 
irgend welchen Rechnungen combiniren. Audere sind nicht commen- 
sarabel. Bevor wissenschaftlich erschöpfende klinische Statistiken nicht 
fertig vorliegen, kann die physiologische Optik mit den Angaben nichts 
anfangen. Arthub Czellitzeb (Berlin). 
S. F. Mac Lenk an. The Image and the Idea. Psychol. Rev. 9(1), 69—79. 1902. 
Verf. discutirt vom psychologischen Standpunkt aus den Unterschied 
zwischen Vorstellung und Begriff. Die Frage, ob Begriffe in eine Summe 
associirter Vorstellungen aufgelöst werden können, ist dahin zu beantworten, 
d&Ts eine blofse Summe von Vorstellungen noch keinen Begriff ausmacht, 
dafs aber Begriffe ohne Sinnesvorstellungen irgendwelcher Art nicht 
existiren. Im abstracten Denken werden conventionelle Vorstellungen für 
die mehr natürlichen substituirt, aber Vorstellungen irgend welcher Art 
sind doch nöthig. Begriffe sind symbolische Vorstellungen, die zur Anti¬ 
cipation und zur Controlle wirklicher Erfahrung dienen. 
Max Meyeb (Columbia, Missouri). 
F. C. French. Mental Imagery of Students. Psychol. Rev. 9 (1), 40—56. 1902. 
Verf. berichtet hier über die Antworten, die er erhielt von 118 weib¬ 
lichen Collegestudenten, betreffend die Fragen über Vorstellungsfähigkeit 
in Titchener’s „Experimental Psychology“. Hier können nur einige der 
wichtigsten Ergebnisse erwähnt werden, ohne in die Einzelheiten einzu¬ 
gehen. Keine der Studentinnen war unfähig sich eine Farbe vorzustellen. 
Ungefähr die Hälfte erklärte aber die eingebildete Farbe für weniger hell 
als die wirklich gesehene. Formvorstellungen sind ebenfalls ganz allgemein. 
Wenige haben Gesichts Vorstellungen von gedruckten Worten. Eine dagegen 
hat diese so lebhaft, dafs sie vorwärts so schnell wie rückwärts buch- 
stabiren kann. Alle können Bekannte an der Stimme erkennen; 31 aber
        

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