Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
K. Bjerke: Ueber die Veränderung der Refraction und Sehschärfe nach Entfernung der Linse. Graefe's Archiv für Ophthalm. 53 (3), S. 511
Person:
Crzellitzer, Arthur
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit33444/1/
Literaturberich t. 
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Eine bisher nicht beobachtete Thatsache liefert die Mittheilung der 
Verff., dafs auch die stäbchenfreie Taubennetzhaut eine durch Belichtung 
zu steigernde Fluorescenz zeigt. 
Der am Ende der Abhandlung mitgetheilte Dressurversuch an einem 
Pudel ist von entscheidender Bedeutung für den Nachweis des Farbensinns 
bei Thieren : es gelang, den Hund so zu dressiren, dafs er auf das Commando 
„Roth“ unter gleichartigen, aber verschieden gefärbten Gegenständen stets 
den rothen hervorholte. 
Da die Farben in den verschiedensten Helligkeiten abgestuft werden 
konnten, ohne den Hund zu Irrthümern zu veranlassen, so ist das Vor¬ 
handensein eines wirklichen Farbenunterscheidungsvermögens aufser Zweifel 
gesetzt. G. Abelsdobff (Berlin). 
K. Bjbkki. Ueber die Veränderung der Refraction nnd Sehschärfe nach Ent¬ 
fernung der Linse. Gr ae/Vs Archiv für Ophthalm. 53 (3), 8. 511. 
Das Problem, aus der Refraction eines Vollauges diejenige, die nach 
Entfernung der Linse vorhanden sein wird, zu berechnen, läfst sich exact 
und elementar nicht lösen, denn es sind zuviele Unbekannte da, die wir 
vorderhand und wahrscheinlich auch späterhin in vivo nie messend fest 
legen können. Messen können wir nur die Gesammtrefraction, den Horn¬ 
hautradius, die Tiefe der vorderen Kammer und allenfalls die Linsenradien. 
Letztere Messung ist klinisch überhaupt nicht ausführbar, die vorletzte 
nur mit Hülfe bestimmter complicirter Apparate, die auch noch weit ent¬ 
fernt sind, Allgemeingut der Augenärzte zu sein. Was also hauptsächlich 
fehlt, ist Dicke, Form und Brechungsindex der Linse, kurz zusammenzu¬ 
fassen als „deren Brechwerth“. 
Nun haben aber die sämmtlichen variablen Gröfsen mit den Unbe¬ 
bekanten einer diophantischen Gleichung gemein, dafs sie nur innerhalb 
bestimmter Grenzen variiren, z. B. ?o (= Hornhautradius) zwischen 6 mm 
und 10 mm, 8 (= Abstand des Linsenscheitels von der Hornhaut) zwischen 
3 mm und 6 mm, Brechwerth der Linse zwischen 14 Dioptr. und 20 
Dioptr. etc. Daher läfst sich ohne Weiteres in einer Reihe von Tabellen 
bei festgelegten d. h. als gegeben angenommenen Werthen für die eine 
Variable (z. B. den Linsenbrechwerth) diejenige Refraction darstellen, die 
bei den verschiedenen Hornhautradien und den verschiedenen Vorder¬ 
kammertiefen durch Linsenentfernung erzielt wird. Verf. hat sich der 
grofsen und dankenswerthen Mühe unterzogen, zwei Specialfälle in je ca. 
20 Tabellen so zu behandeln; erstens diejenige Hypermetropic, die ein 
vorher emmetropisches Auge erhält (gewöhnliche Staarextraction) und 
zweitens diejenige Myopie, die erforderlich war, damit ein linsenberaubtes 
Auge emmetropisch wird (Myopieoperation nach Fükala). 
In praxi würde uns somit noch immer die Wahl bleiben, welchen 
Brechwerth der Linse wir zu Grunde legen, d. h. welche der Tabellen wir 
benutzen sollen. Hier ruft nun Verf. die klinische Statistik zu Hülfe und 
sucht aus den durchschnittlich häufigsten Resultaten der Praxis einen 
Schlufs auf den wahrscheinlich häufigsten normalen Linsenbrech¬ 
werth zu ziehen. Für die Altersstaarpatienten nimmt er als notorisch an, 
(-f* 10,0) Dioptr. sei das durchschnittliche Correctionsglas für die Ferne.
        

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