Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die vom Weiß ausgehende Schwächung der Wirksamkeit farbiger Lichtreize mit Anschluß einer Mitteilung des Herrn Prof. Dr. G. E. Müller
Person:
Révész, Géza
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit33410/6/
Über d. vomWeifs ausgehende Schwächung d. Wirksamkeit färb. Lichtreize. 107 
Betrachten wir die in der Tabelle I enthaltenen Resultate 
näher, so sehen wir, dafs die Schwächungskoeffizienten der ver¬ 
schiedenen Farben voneinander ab weichen. Die gröfste Schwächung 
trat bei Blau auf, die geringste bei Gelb. Zwischen diesen beiden 
Farben stehen Rot und Grün mit voneinander nur sehr wenig 
abweichenden Werten von e. Ferner läfst sich noch sagen, dafs 
die für die einzelnen Farben bei den verschiedenen Versuchs¬ 
personen erhaltenen Werte im grofsen und ganzen miteinander 
üb er ein s tim men. 
Ich möchte ausdrücklich hervorheben, dafs die in Rede 
stehenden Versuche die Aufmerksamkeit der Versuchspersonen 
sehr in Anspruch nahmen. Zunächst ist schon die Herstellung 
von Helligkeitsgleichungen für ungeübte Beobachter mit mancher 
Schwierigkeit verbunden, um so mehr unter den vorliegenden 
Bedingungen, bei denen eine Helligkeitsgleichung zwischen auf 
verschieden hellem Grunde erscheinenden Feldern hergestellt 
werden soll. Die Versuchspersonen haben mir am Anfänge der 
Versuche versichert, dafs die Herstellung einer Helligkeitsgleichung 
unter den vorliegenden Bedingungen fast unmöglich sei, und 
dafs sie keine bestimmten Urteile abgeben könnten, weil es für 
sie aufserordentlich schwierig sei, die beiden Felder zu vergleichen. 
Erst nach längerer Übung waren die Versuchspersonen imstande 
bestimmte Urteile über das Helligkeitsverhältnis des H- und des 
Z)-Feldes abzugeben, und zwar ging dann die Präzision soweit, 
dafs für die Einstellungen des variablen H-Feldes die mittlere 
Variation (im Durchschnitt für alle Versuchspersonen) nur 0,6° 
betrug. 
Zu bemerken ist noch, dafs, wenn die Helligkeitsgleichung 
für beide Felder hergestellt ist, doch nicht eine Gleichheit der¬ 
selben in jeder Hinsicht besteht. Das D-Feld erscheint 
leuchtender, glänzender, etwa mit einem Metallglanz überzogen, 
besitzt eine gröfsere Eindringlichkeit und ist mehr gefühlsbetont 
als das gleich hell erscheinende H-Feld. Überhaupt zieht ein 
graues Feld auf schwarzem Grunde mehr die Aufmerksamkeit 
auf sich und ist im allgemeinen mehr von Lustgefühl begleitet 
als ein dunkles Feld auf hellem Grunde. Dagegen erscheint das 
H-Feld etwa wie mit einem Schleier überzogen, unbestimmt, 
trübe und transparent. 
Auch gegen die nach hergestellter Helligkeitsgleichung statt¬ 
findenden Schwellenbestimmungen läfst sich von vornherein das
        

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